Was ändert sich nach der Roboter-Revolution?

19. Februar 2012, 21:02
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Die Roboter werden kommen: Das Online-Magazin Slate hat sich die sozialen, juristischen und ethischen Konsequenzen genauer angesehen


Der US-Astronaut beim Händeschütteln mit "Robonaut 2", mittlerweile Hightech-Crewmitglied der Internationalen Raumstation ISS.

Seit Jahrzehnten wird prophezeit, dass das Zeitalter der Roboter praktisch um die Ecke liegt. Gemeint sind damit nicht kabellose Hightech-Staubsauger und Rasenmäher, die auch ohne menschliche Hilfe das Gras klein schneiden, sondern all die intelligenten Blechmänner und -frauen, die wir bisher nur aus zahllosen Hollywood-Produktionen kennen. Während wir also weiterhin sehnsüchtig auf eine Zukunft voller Film-Roboter warten, übersehen wir, dass diese inzwischen längst begonnen hat. In den vergangenen Jahren haben Roboter bereits Aufgaben übernommen, die bis dahin ausschließlich Menschen erfüllt haben: Sie helfen bei der Altenpflege, schießen auf Menschen, operieren Patienten, fliegen als Astronauten zur ISS oder überwachen Häftlinge im Gefängnis. Nicht immer sind sie bei ihrer Tätigkeit den Menschen überlegen, aber vermutlich wird sich das in absehbarer Zeit ändern.

Das US-amerikanische Onlinemagazine Slate hat sich der wichtigsten sozialen, juristischen und ethischen Fragen angenommen, die sich als Konsequenz der zunehmenden Integration von Robotern in unsere Gesellschaft ergeben: Wie geht man mit Fehlfunktionen und den daraus resultierenden Sicherheitsproblemen um? Wer wird zur Verantwortung gezogen, wenn beispielsweise ein Roboter-Wachmann mit Lizenz zum Schießen eine auf ihn gerichtete Waffe nicht von einer Eistüte in einer Kinderhand unterscheiden kann? Welche Folgen hat der Einsatz von Robotern auf Gesellschaft und Arbeitswelt?

Der Essay, der auf dem vom MIT herausgegebenen Buch Robot Ethics basiert, nennt ein Beispiel, das die kommenden Probleme durchaus plausibel dokumentiert: Sollten sich Roboter in Zukunft als die besseren Chirurgen herausstellen und in jedem durchschnittlichen Hospital eingesetzt werden, dann werden bestimmte, vermutlich heikle Operationen immer seltener von Menschen durchgeführt, was auf lange Sicht einen Verlust von praktischer Erfahrung bedeutet: Immer weniger Ärzte werden das können, wozu die Roboter in der Lage sind und das medizinische System wird damit abhängiger von den künstlichen Chirurgen. Die schöne neue Roboterwelt wird der Gesellschaft also mit Sicherheit auch so einiges kosten...

--> Slate: The Big Robot Questions

(red)

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