400 iranische Volksmujaheddin erreichten neues Lager nahe Bagdad

18. Februar 2012, 08:32
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Camp Ashraf der Exilanten soll geschlossen werden

Bagdad - Rund 400 oppositionelle iranische Volksmujaheddin sind am Samstag vom irakischen Camp Ashraf in ein Lager nahe der Hauptstadt Bagdad gebracht worden. "Wir kommen am Tor von Camp Liberty an", sagte Behsad Saffari, ein Rechtsberater der Lagerbewohner, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Die 397 Exilanten hatten in der Nacht in 18 Bussen und begleitet von zahlreichen Sicherheitskräften Camp Ashraf verlassen. Dort lebten zuletzt 3400 iranische Oppositionelle.

Die Volksmujaheddin hatten sich Mitte der 1980er Jahre in dem Lager nahe der Grenze zum Iran niedergelassen, nachdem sie zum Verlassen ihres Exils in Frankreich gezwungen worden waren. Der damalige irakische Machthaber Saddam Hussein unterstützte die Organisation während des Iran-Irak-Kriegs in ihrem Kampf gegen die Regierung in Teheran. Nach dem Einmarsch der US-Armee im Irak 2003 wurde die Gruppe entwaffnet und das Lager der US-Kontrolle unterstellt.

Die Vereinten Nationen und der Irak hatten Ende Dezember eine Übereinkunft getroffen, wonach die Volksmujaheddin schrittweise aus dem Lager rund 80 Kilometer nordöstlich von Bagdad in das frühere US-Militärlager Camp Liberty gebracht werden. Ursprünglich hatte die irakische Regierung das Lager Ashraf bis Ende 2011 schließen wollen. Langfristig sollen die Volksmujaheddin den Irak verlassen.

Laut einer Aussendung der "Iranischen Gesellschaft Wien" hat es am gestrigen Freitag anlässlich der Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon eine Kundgebung vor dem Wiener UNO-Gebäude gegeben, um Unterstützung für die Bewohner des Camp Ashraf zu demonstrieren. Auch Familienangehörige von Menschen, die im Camp Ashraf schwer verletzt worden seien, hätten sich an der Kundgebung beteiligt, hieß es in der Aussendung. Es gebe "große Besorgnis", dass nun Camp Liberty "zu einem Gefängnis für diese Personen wird". (APA)

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