Niederländischer Prinz von Lawine verschüttet

17. Februar 2012, 19:37
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Johan Friso, einer der drei Söhne von Königin Beatrix, wurde ins Krankenhaus geflogen - Prognose erst in einigen Tagen möglich

Ein Mitglied der niederländischen Königsfamilie ist am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden. Der Bürgermeister von Lech, Ludwig Muxel, bestätigte, dass Prinz Johan Friso von einer Lawine erfasst, gerettet und "unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus geflogen" wurde.

Nach Angaben der niederländischen Regierung schwebt der 43-Jährige in Lebensgefahr. Das meldete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Freitag unter Berufung auf den Pressedienst der Regierung. Sein Zustand sei "stabil", er sei "aber nicht außer Lebensgefahr", teilte der Pressedienst mit.

Erst in einigen Tagen sei es laut den behandelnden Ärzten möglich, eine Prognose abzugeben, so die in Lech weilende Sprecherin des niederländischen Königshauses, Marianne Wiltjer. Weitere Informationen lägen ihr derzeit nicht vor, sie wisse daher etwa auch nicht, ob der Prinz im Koma liege.

Schneebrett löste sich

Der Sohn von Königin Beatrix war im Bereich Litzen/Zugertobel im freien Skiraum unterwegs, als sich gegen 12.15 Uhr ein rund 30 Meter breites und 40 Meter langes Schneebrett löste und ihn verschüttete. Der Prinz, der einen Skihelm trug, sei mit einem Begleiter - ursprünglich war von drei die Rede gewesen - im freien Skiraum unterwegs gewesen. Der Bereich, wo die beiden abfuhren, sei nicht wegen Lawinengefahr gesperrt gewesen. Eine Einfahrt in den teilweise steilen Hang erfolgte demnach auf eigene Verantwortung.

Wer die Lawine lostrat, war vorerst unklar, die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. Während der Prinz verschüttet wurde, konnte sich sein Begleiter dank eines Lawinenrucksackes retten und die Einsatzkräfte zu Hilfe rufen. Innerhalb von 20 Minuten wurde Johan Friso von den gut organisierten Rettern gefunden und nach der ärztlichen Notversorgung per Hubschrauber in die Klinik Innsbruck geflogen.

Großes Medieninteresse

Der niederländische Ministerpräsident habe im Namen des Volkes eine Erklärung abgegeben. Alle Holländer fühlten mit dem Königshaus, sagte die Sprecherin des Königshauses. Das Medieninteresse an dem Unfall, vor allem aus Holland, sei sehr groß.

Das bestätigte auch Pia Herbst, Presseverantwortliche von Lech-Zürs-Tourismus. "Das Telefon klingelt seit 15.00 Uhr ununterbrochen", sagte sie. Gefragter Interviewpartner ist auch Bürgermeister Ludwig Muxel, der stellvertretend für alle Lecher auf eine Genesung des Prinzen hoffte. Im Hotel "Gasthof Post", dem Urlaubsdomizil der Königsfamilie, wollte man sich dagegen nicht äußern.

Gut ausgerüstet

Der Prinz war laut Angaben der Gemeinde Lech für eine Fahrt im freien Skigelände vorbildlich ausgerüstet. Johan Friso trug laut den Bergrettern einen Lawinenpieps bei sich, weshalb er von der Rettungsmannschaft relativ rasch gefunden und geborgen werden konnte, so Pia Herbst, Presseverantwortliche bei Lech-Zürs-Tourismus.

Prinz Johan Friso ist der mittlere der drei Söhne der seit 1980 regierenden Königin Beatrix. Er ist jedoch seit seiner umstrittenen Heirat mit der bürgerlichen Mabel Wisse Smit 2004 nicht mehr in der Thronfolge gereiht. Die niederländische Königsfamilie verbringt ihren Skiurlaub seit Jahrzehnten regelmäßig in dem Vorarlberger Nobelskiort. Königin Beatrix und Prinz Johan Frisos Frau seien jedenfalls in Innsbruck bei dem Verletzten, so Herbst.

Königsfamilie in Österreich angekommen

Die holländische Königsfamilie ist offenbar am Freitagabend in Österreich angekommen. APA-Informationen zufolge landete das Flugzeug der niederländischen Königsfamilie kurz nach 20.00 Uhr in St. Gallen-Altenrhein. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es vorerst nicht.

Die Familie dürfte nach ihrer Ankunft auf dem kleinen Schweizer Flugplatz in unmittelbarer Nachbarschaft zu Vorarlberg direkt nach Österreich weitergereist sein. Eine Autofahrt vom Flugplatz bis nach Innsbruck dauert rund 2,5 Stunden. (APA/red)

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    Bei dem verschütteten Mitglied des niederländischen Königshauses handelt es sich um Beatrix' Sohn Johan Friso.

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    Der Unglücksort nahe Lech.

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