Staatsanwaltschaft ermittelt nach Lawinenabgang auf Piste

16. Februar 2012, 10:51
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Wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Personen der Lawinenkommission und des Betreibers

Innsbruck - Nach dem Lawinenabgang auf eine Piste im Skigebiet Ischgl im Tiroler Paznaun (Bezirk Landeck) mit einem Toten am Mittwoch hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. "Wir prüfen, weshalb die Piste nicht gesperrt war", bestätigte Staatsanwaltschafts-Sprecher Hansjörg Mayr einen Bericht des ORF-Radios Tirol am Donnerstag.

Es stelle sich die Frage, ob sich durch das Unterlassen einer Sperre jemand schuldig gemacht habe und ob der Lawinenabgang vorhersehbar gewesen sei. Die Ermittlungen richteten sich gegen Personen der zuständigen Lawinenkommission sowie des Betreibers, der Silvrettaseilbahn AG. "Es ist bereits ein Sachverständiger beauftragt worden", so Mayr.

"Lediglich wenige Zentimeter Neuschnee"

Bei dem Lawinenunglück kurz nach 12.00 Uhr auf der roten Piste "7a" war ein 51-jähriger Schwede vor den Augen seiner zwölf- und 16-jährigen Kinder getötet worden. Die Abfahrt war zu diesem Zeitpunkt nicht gesperrt gewesen. "Über Nacht waren lediglich wenige Zentimeter Neuschnee gefallen", hatte die Silvrettaseilbahn AG nach dem Vorfall in einer Aussendung mitgeteilt.

In der Früh sei die Piste abgefahren worden. Die Lawine im Bereich der Velillabfahrt war rund 100 Meter breit, die Schneemassen bis zu 1,50 Meter hoch. Der Mann wurde zwar rasch geortet und ausgegraben, dennoch blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos. Nach 14.00 Uhr wurde die Suche nach möglichen weiteren Verschütteten eingestellt. Im Einsatz standen rund 60 Mann der Alpinpolizei, der Bergrettung, Skilehrer sowie eine Hundestaffel, hieß es von der Polizei. (APA)

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