Wissenschafterin: WHO sollte Alkoholmissbrauch stärker bekämpfen

15. Februar 2012, 21:21
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2,5 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen des Suchtmittels

Oxford/London - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte nach Ansicht einer Wissenschafterin den Kampf gegen Alkoholmissbrauch entschiedener führen. Etwa 2,5 Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen des Suchtmittels, schreibt Devi Sridhar von der Universität in Oxford in einem vom Fachmagazin "Nature" veröffentlichten Kommentar. Dies seien mehr Todesfälle als bei HIV/Aids, Tuberkulose oder Malaria. Sridhar sieht die WHO in der Pflicht, ein rechtlich verbindliches Abkommen zu erlassen, ähnlich dem für die Kontrolle des Tabakkonsums.

WHO-Daten zufolge gingen vier Prozent aller Todesfälle weltweit auf das Konto des Alkohols, heißt es in dem Kommentar. Dessen Missbrauch sei der drittgrößte Risikofaktor für den Verlust von Lebensjahren durch Krankheit und Behinderung. In Ländern mit mittlerem Einkommen - die fast die Hälfte der Weltbevölkerung stellten - sei Alkohol sogar das größte Risiko.

"Die WHO ist das einzige Organ für globale Gesundheit, das rechtlich verbindliche Konventionen erlassen kann", schreibt Sridhar vom Department of Public Health des Wolfson Colleges in Oxford. Ein solches Abkommen könne Nationen dazu bringen, rechtliche Grundlagen gegen Alkoholmissbrauch zu schaffen und Gelder für den Kampf gegen Alkohol bereitzustellen. Darüber hinaus könnten Regierungen zur Verantwortung gezogen werden. "Erstaunlicherweise" habe die WHO in 60 Jahren nur zwei große Abkommen erstellt. Eines widme sich Krankheitsausbrüchen, das andere dem Tabakkonsum. "Dies ist eine große verpasste Gelegenheit", schreibt Sridhar. (APA)

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