Deutsches Kartellamt schickt Hotelbuchungsportal HRS blauen Brief

11. Februar 2012, 11:16
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Abmahnung in der Post - Beifall vom Hotelverband - HRS widerspricht Kartellamt

Der deutsche Kartellamt wirft HRS, der größten Hotelbuchungs-Website des Landes, unlautere Praktiken im Wettbewerb um Reiselustige vor. Die Wettbewerbshüter mahnten die HRS-Hotel Reservation Service Robert Ragge GmbH (HRS) deshalb ab, teilte das Kartellamt am Freitag in Bonn mit.

Meistbegünstigungsklauseln

HRS geriet aufgrund von Meistbegünstigungsklauseln ins Visier der Wettbewerbshüter, die das Kölner Unternehmen mit Hotelpartnern vereinbart hat. Diese sollen für das HRS-Internet-Angebot den jeweils besten Hotelpreis, die höchste Zimmerverfügbarkeit und die jeweils günstigsten Buchungs- und Stornierungskonditionen garantieren. HRS will die Kartellwächter nun davon überzeugen, dass die umstrittenen Vereinbarungen den Wettbewerb nicht behindern. Gelingt dies dem Unternehmen nicht, droht ihm im schlimmsten Fall ein Bußgeld.

Durch die Klauseln werde Konkurrenten die Möglichkeit genommen, Boden gegenüber HRS gutzumachen, erklärte der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt. Ab März sollen diese Klauseln durch HRS noch einmal verschärft werden, fügte er hinzu. Dann sollen sie auch bei Buchungen an der Hotel-Rezeption gelten. Und das Unternehmen sanktioniere Hoteliers, die sich sperrten: HRS habe Hotels, die sich nicht an die Vereinbarungen hielten, in der Vergangenheit für Buchungen gesperrt, erklärte das Kartellamt weiter.

Hotelverband begrüßt das Vorgehen

Der Deutsche Hotelverband begrüßte das Vorgehen des Kartellamts. Er warf HRS vor, in die unternehmerische Freiheit der Hoteliers einzugreifen.

HRS sieht dies anders. Von der Bestpreis-Garantie profitierten die Verbraucher, sagte HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge. Von einer Gefahr für den Wettbewerb könne nicht die Rede sein. Das Unternehmen werde nun "den bereits etablierten Dialog mit dem Bundeskartellamt fortsetzen".

HRS hatte erst im vergangenen Oktober den kleineren Rivalen Hotel.de geschluckt. Das Unternehmen mit Sitz in Köln beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 600 Mitarbeiter. HRS wirbt unter anderem damit, dass die angebotenen Exklusivpreise "einen Preisvorteil von mindestens zehn Prozent gegenüber allen Mitbewerbern" garantierten. (APA/Reuters)

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