FPÖ fällt nach Aufregung um WKR-Ball zurück

4. Februar 2012, 14:01
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Laut Gallup-Umfrage liegt FPÖ mit 24 Prozent nun einen Punkt hinter ÖVP - SPÖ mit 29 Prozent voran - Fischer: Auch später keine Ordensverleihung

Wien - Die politischen Auseinandersetzungen um den Auftritt von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf dem Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) und seinen dort getätigten Juden-Vergleich haben den Freiheitlichen in der Wählergunst offenbar geschadet. In einer Gallup-Umfrage für die Sonntag-Ausgabe der Tageszeitung "Österreich" verliert die FPÖ gegenüber der Vorwoche drei Prozentpunkte und fällt mit nur noch 24 Prozent wieder hinter die ÖVP auf Platz drei zurück. Die Volkspartei kann demnach einen Prozentpunkt auf 25 Prozent zulegen, ebenso die SPÖ auf 29 Prozent. Die Grünen kommen auf 14 Prozent (+1), das BZÖ auf vier Prozent (-1).

Strache wird von den Wählern für seinen Juden-Vergleich auch persönlich abgestraft: Bei einer Bundeskanzler-Direktwahl käme der FPÖ-Chef laut Gallup nur noch auf elf Prozent, ein Minus von fünf Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. 26 Prozent würden direkt für Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) stimmen (+2), 18 Prozent für Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP/+2).

Die Hälfte der Österreicher (51 Prozent) fordert in der Umfrage auch den Rücktritt Straches als FPÖ-Chef. Nur 33 Prozent finden, Strache solle nicht zurücktreten. 70 Prozent sind der Meinung, dass die Entscheidung von Bundespräsident Heinz Fischer, Strache keinen Orden der Republik zu verleihen, richtig war. Gallup hat am Donnerstag und Freitag dieser Woche 800 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Der Bundespräsident stellte unterdessen klar, dass er Strache den Orden auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt verleihen wird. "Nachdem inzwischen feststeht, dass die Demonstrationen gegen den WKR-Ball tatsächlich und unbestritten mit den Novemberpogromen der Nationalsozialisten in Zusammenhang gebracht wurden, ist jeder Grund weggefallen, an dieser Entscheidung etwas zu ändern", sagte Fischer im "Österreich"-Interview. Der Bundespräsident hatte die Ordensverleihung zunächst "zurückgestellt". (APA)

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