Wels: Freigänger entführte und vergewaltigte 21-Jährige

12. Juni 2003, 12:51
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Nach stundenlangen Martyrium konnte die Frau flüchten - Täter stellte sich

Ein stundenlanges Martyrium musste eine junge Oberösterreicherin durchleben: Die 21-jährige Welserin war am Dienstagnachmittag von einem so genannten Freigänger der Justizvollzugsanstalt Wels nach Deutschland entführt und dort mehrfach vergewaltigt worden. Erst in den frühen Morgenstunden des Mittwochs konnte die Frau ihrem Peiniger entkommen. Die Polizei erreichte den Täter im Zuge der Fahndung auf seinem Handy - nur kurze Zeit später wurde der Mann dann festgenommen.

Wegen Körperverletzung und Vergewaltigung verurteilt

Der 28-jährige, wegen Körperverletzung und Vergewaltigung verurteilte Straftäter war am Dienstag nach einem "Außenarbeitseinsatz" in Wels geflüchtet. Anschließend habe der Mann, so Oberst Werner Buchegger von der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Oberösterreich, die 21-jährige Filialleiterin eines Innenstadtgeschäftes genötigt, in ihr Auto zu steigen und den Täter Richtung München zu fahren.

Peiniger überlistet

Dort habe sich der Mann mehrmals an seinem Opfer vergangen, so Buchegger. In den Nachstunden dürfte der 28-Jährige dann beschlossen haben, wieder zurückzufahren. Diesmal setzte er sich selber hinters Steuer. Mittwochfrüh gelang es der jungen Welserin mithilfe einer List zu flüchten: Sie habe ihren Entführer um etwas zu essen und ein Getränk gebeten. Der 28-Jährige dürfte nach dem bisherigen Ermittlungsstand bei einem Lebensmittelmarkt im Bezirk Grieskirchen angehalten haben und ohne den Zündschlüssel abzuziehen aus dem Fahrzeug gestiegen sein. Sein Opfer nutzte die Gunst der Stunde und flüchtete mit dem Pkw. Nach wenigen Kilometern verständigte sie die Gendarmerie.

Selbst gestellt

Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung nach dem Sträfling verlief vorerst ergebnislos. Ungewöhnlicherweise erreichten die Fahnder den Täter aber dann via Handy - Häftlinge auf Freigang dürfen laut Justizministerium ein Mobiltelefon mitführen. Der Mann soll sich mit den Worten "Bin komplett fertig, ich stelle mich" gemeldet haben. Gegen 10.30 wurde er beim Bahnhof Grieskirchen festgenommen. Das junge Opfer wird psychologisch betreut. (mro, DER STANDARD Printausgabe 12.6.2003)

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