Österreichs Augenärzte warnen vor Orthokeratologie

10. Juni 2003, 12:16
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Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeit verhindere ausreichende Sauerstoffzufuhr

Wien - Österreichs Augenfachärzte-Gesellschaft warnt vor der so genannten "Orthokeratologie", einer Methode, die immer wieder zur angeblichen Behebung von Fehlsichtigkeit beworben wird.

Die Behandlungsmethode soll vor ca. zwanzig Jahren in Amerika entwickelte worden sein, um Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Speziell angepasste harte Kontaktlinsen werden vor dem Schlafengehen eingesetzt, um während des Schlafes die Hornhaut zu verformen und dadurch die Brechkraft zu verändern.

Gefahr von Epithelläsionen

Übliche harte Kontaktlinsen werden so angepasst, dass beim Lidschlag infolge Bewegung genügend Tränenflüssigkeit unter der Linse ausgetauscht wird, um den Stoffwechsel der Hornhaut zu sichern. Die Sauerstoffversorgung der Hornhaut muss während des Tragens gewährleistet sein.

Die Experten meinen, dass bei der Orthokeratologie diese Erfordernisse bewusst außer Acht gelassen würden. Durch den festen Sitz der Kontaktlinsen drohe Gefahr von Druckstellen auf der Hornhaut und Epithelläsionen mit erhöhtem Infektionsrisiko. Erschwerend käme noch hinzu, dass der bewussten Deformierung der Hornhaut die Kontaktlinsen während des Schlafes getragen werden.

Sauerstoffmangel

Das geschlossene Lid stelle eine Barriere gegen die Sauerstoffzufuhr dar. Dies verursache Sauerstoffmangelreaktionen. Da diese Methode am ehesten bei jugendlichen Patienten mit fortschreitender Kurzsichtigkeit eingesetzt werde, könnten Dauerschäden die Folge sein. (APA)

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