Künstler fordern Festplattenabgabe

25. Jänner 2012, 12:50
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Initiative verlangt Änderung des Urheberrechts - Künstler drohen mit Boykott des Nationalfeiertags

Wien - Die Initiative "Kunst hat Recht", die am Mittwoch in Wien präsentiert wurde, fordert eine Reform des Urheberrechts sowie ein "längst fälliges Bekenntnis der Regierung zur Festplattenabgabe", wie es in den Presseunterlagen heißt. Würde man bis Sommer keine positive Reaktion erhalten, wolle man zum Boykott des Nationalfeiertags aufrufen.

Das durchschnittliche Einkommen heimischer Kunstschaffender liege bei 1.030 Euro monatlich, rund ein Drittel lebe unter der Armutsgrenze. Einen Grund für diese prekäre Situation sehen die Initiatoren von "Kunst hat Recht" - darunter Autor Gerhard Ruiss, Schauspielerin Mercedes Echerer, Spielfilmproduzent Danny Krausz sowie die Musiker Christof Straub und Edina Thalhammer von der Band Papermoon - in der Missachtung des Urheberrechts durch unbezahlten Konsum von Musik, Filmen, Bildern und Texten.

Was zunächst durch illegale Downloads hauptsächlich Musik- und Filmindustrie betroffen habe, habe sich mittlerweile zu einem Problem für alle Kunstrichtungen entwickelt. Entsprechend sieht Ruiss auch die Gefahr, dass "Österreich ein Land der Nebenerwerbskünstler" zu werden droht. "Damit muss Schluss sein, sonst hat auch das Kulturland Österreich wenig Zukunft." Ähnlich formuliert es Straub: "Teile der Internet-Industrie wollen uns dazu zwingen, dass wir unsere Werke herschenken. Dazu sind wir nicht länger bereit", wird der Musiker zitiert.

Alleine durch die Festplattenabgabe wären der Initiative zufolge rund zehn Millionen Euro pro Jahr zu lukrieren. Neben den beiden Hauptforderungen nach einer Festplattenabgabe und einem zeitgemäßen Urheberrecht stehen auch "wirksame Instrumente der Rechtsdurchsetzung bei Urheberrechtsverstößen" im Fokus, wobei auch die Internet-Provider in die Verantwortung zu nehmen wären.

Bleibe eine positive Reaktion bis Sommer aus, wolle man heimische Künstler zum Boykott des Nationalfeiertags aufrufen. Allerdings seien damit die Protestaktionen keineswegs ausgereizt. Weitere Maßnahmen würden derzeit entwickelt, und "Kreativität ist in hohem Maß vorhanden", wie es heißt. (APA)

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