Totale Überwachung: RFID-Chips im menschlichen Körper

25. Jänner 2012, 10:43
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In Kühe und Katzen eingepflanzte RFID-Chips gehören mittlerweile zum Alltag

Funk-Chips in Waren gehören mittlerweile zum Alltag. In Kühe und Katzen eingepflanzte RFID-Chips sind ebenfalls gang und gäbe. IT-Implantate für Menschen - das jedoch klingt nach Science-Fiction. Dabei sind diese Chips seit Jahren am Markt erhältlich, berichtet das Magazin "iX" in seiner aktuellen Ausgabe.

Der VeriChip im Oberarm

Seit über 20 Jahren schon werden RFID-Chipimplantate als Nachfolger von Brandzeichen bei Tieren eingesetzt, mittlerweile sind sie genormt. Die ersten Implantate für den Menschen testeten einige Technikfreaks Anfang der 2000er-Jahre. 2002 brachte dann die US-Firma VeriChip (inzwischen in Positive ID umbenannt) ein erstes Produkt auf den Markt: Der VeriChip wird in der Regel in den Oberarm eines Menschen implantiert.

16-stellige Identifikationsnummer

Er liefert eine 16-stellige Identifikationsnummer, zu der in einer Datenbank Informationen hinterlegt werden können. Das heißt, mit dem intelligenten Bauteil in seinem Körper kann der Anwender seine Wohnungstür ohne Schlüssel öffnen; der PC springt ohne Passwort von selbst an und sperrt sich, sobald sich die gechipte Person entfernt. Und bei einem Notfall weiß ein Arzt sofort, wen er vor sich hat, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme inklusive.

Ohne Batterie

"Technisch gesehen ist ein solches Implantat in aller Regel ein kontaktloser Chip, der per RFID-Technik mit einem Lesegerät kommunizieren kann", erläutert "iX". Das zur Kommunikation aufgebaute elektrische Feld dient auch der Stromversorgung. Ein in dieser Form genutzter Chip funktioniert ohne Batterie und ist praktisch wartungsfrei. Ähnliche Lösungen kommen schon im neuen deutschen Personalausweis, im elektronischen Reisepass, in Autoschlüsseln und in Zeiterfassungskarten zum Einsatz.

Die totale Überwachung

Zur Anwendung kamen die Chips beispielsweise nach der Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004. Von den zahllosen Leichen wurden einige mit Chips versehen, um sie unter richtiger Identität zu bestatten. 2007 wurden in einem Feldversuch Alzheimer-Patienten mit einem Implantat ausgestattet, um eine korrekte Medikamentenversorgung zu gewährleisten. Ein völlig anderes Anwendungsgebiet - VIP-Mitglieder von Diskotheken zu chippen, wie bereits 2004 in Barcelona geschehen - wird gerade wieder diskutiert. Doch trotz einiger Versuche: Im Vergleich zu den vielen Millionen Tieren, die einen Chip in sich tragen, ist die Zahl der gechipten Menschen noch klein. Zweifellos hat hier die heftige Kritik der verschiedensten Gruppen, die die totale Überwachung und Missbrauch fürchten, Wirkung gezeigt. (red)

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    IT-Implantate für Menschen - das klingt noch nach Science-Fiction.

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