Tierschutzprozess: Urteil "in absoluter Endphase", Arleth wird Haftrichterin

25. Jänner 2012, 12:01
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Nach Übergabe des Urteils wird über Berufung entschieden - Richterin Sonja Arleth wird nicht mehr öffentlich verhandeln

Das schriftliche Urteil im Tierschutzprozess steht kurz vor der Übergabe. Einzelrichterin Sonja Arleth habe die schriftliche Begründung der 13 Freisprüche abgeschlossen, "es fehlt nur noch eine Lesung des Geschriebenen", dann werde das Urteil den - nicht rechtskräftig - Freigesprochenen und dem Staatsanwalt zugestellt. Das erfuhr derStandard.at vom Vizepräsidenten des Landesgerichts Wiener Neustadt, Josef Glatz. "Das Urteil ist in der absoluten Endphase", so Glatz.

Ab dann hat Staatsanwalt Wolfgang Handler vier Wochen Zeit, um Berufung einzulegen - er hatte sich diese Möglichkeit offengehalten. Diese Frist kann jedoch auf Antrag verlängert werden, was angesichts des Umfangs der Causa wahrscheinlich ist. 

Sonja Arleth: Keine öffentlichen Verhandlungen mehr

Sonja Arleth, die durch den 13 Monate dauernden, aufsehenerregenden Strafprozess einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, wird in Zukunft nicht mehr öffentlich verhandeln. Arleth sei in die Abteilung der HaftrichterInnen gewechselt, bestätigte Glatz. Sie wird in Zukunft keine Hauptverhandlungen mehr leiten, sondern nur noch über die Aufrechterhaltung einer Haft und Auslieferungen entscheiden.

Wie berichtet, war Staatsanwalt Wolfgang Handler kurz nach Ende der Hauptverhandlung zum Ersten Staatsanwalt in Wiener Neustadt befördert worden. Auch der Leiter der "Soko Bekleidung", Erich Zwettler, konnte sich über einen Karrieresprung freuen: Er wurde im Jänner 2010 als Leiter des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) angelobt. (Maria Sterkl, derStandard.at, 25.1.2012)

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    Sparte bei der Urteilsverkündung nicht mit Kritik an Polizei und Staatsanwaltschaft: Richterin Sonja Arleth.

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