Castings für Salzburger "Wutbürger"

18. Jänner 2012, 16:55
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"Besetzt Salzburg": Interaktives Performancefestival im Mai im Landestheater

Salzburg - Das Salzburger Landestheater organisiert  für Anfang Mai ein einwöchiges Theaterfestival mit dem Titel "Besetzt Salzburg! - Licht und Schatten". Geplant ist interaktives Aktions-Theater gegen die Ungerechtigkeit der Welt - frei nach "Spiel des Lebens". "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren in Salzburg so viel an Vertrauen gewonnen, dass wir es uns leisten können, Stücke und Arbeitsweisen zu präsentieren, die nicht im Theaterlehrplan stehen", sagte Intendant Carl Philip Maldeghem am Mittwoch  bei einem Pressegespräch.

Unter der Anleitung der Regisseurin Astrid Großgasteiger sollen ab sofort protestierwillige und theaterinteressierte "Wutbürger" gecastet werden. Anfang Februar werden die Proben beginnen. Ziel ist, bis zum 1. Mai eine Szene mit dem Titel "Ein Zukunftsspiel" professionell präsentieren zu können. "In dieser Szene soll zur Sprache kommen, was den Salzburgern unter den Nägeln brennt", sagte Großgasteiger. Wir werden täglich im Mirabellgarten spielen. Aber je nach Reaktion des Publikums wird 'Ein Zukunftsspiel' einen anderen Verlauf nehmen."

"Sound-of-Music" mit Slumkindern

Das Landestheater verweist auf aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Theater und will Ernst machen mit der Idee, lebendige Plattform für Diskurs zu sein. "Vielfach wird Theater verstanden als Ort, an dem man Kunst serviert bekommt und wieder heim geht", so Maldeghem. "In meinem Theater muss nach 20 Minuten klar sein, was das Bühnengeschehen mit meinem Leben zu tun hat. Mit dieser Frage wird sich das Salzburger Landestheater in Zukunft verstärkt auseinandersetzen." Daher werde der Spielplan der kommenden Saison 2012/2013 "ganz anderes" aussehen, vorgesehen sind "sehr viel mehr" Uraufführungen. Und im Herbst soll ein derartiges interaktiv-soziales Performance-Festival dann direkt im Theater stattfinden.

In "Besetzt Salzburg! - Licht und Schatten" wird es Lesungen mit berühmten Protestreden und Zeitungstexten geben, von den Klassikern bis zu Auszügen aus der Occupy-Wallstreet-Bewegung. Damit will sich das Theater mit der Ästhetisierung von Protest auseinandersetzen. Teil dieses Festivals im Programm des Landestheaters ist Maxim Gorkis "Nachtasyl", das bekanntlich in einem Obdachlosenlager spielt. Auch dieses Stück soll von Profi-Schauspielern gemeinsam mit theaterinteressierten Salzburger Laien erarbeitet werden. Außerdem gibt es einen Dokumentarfilm über eine "Sound-of-Music"-Produktion mit Slumkindern in Mumbai inklusive Fotoausstellung sowie eine Tagung der "Evangelischen Akademie Tutzing", bei der sich Experten mit globaler Arbeitslosigkeit beschäftigen werden.  (APA)

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