Italien wird von Ölembargo ausgenommen

13. Jänner 2012, 17:01
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EU-Diplomaten: Iran soll mit Lieferungen Schulden zahlen

Brüssel - Italien wird voraussichtlich vom EU-Einfuhrstopp für Erdöl aus dem Iran ausgenommen. Das zeichnet sich nach Angaben von EU-Diplomaten bei der Vorbereitung eines für 23. Jänner geplanten Beschlusses der EU-Außenminister ab. Die EU-Länder Italien und Griechenland beziehen bis zu 14 Prozent ihrer Öleinfuhren aus dem Iran.

Die Öllieferungen des Irans an Italien könnten fortgesetzt werden, weil der Iran mit diesen Lieferungen Schulden beim italienischen Energiekonzern ENI bezahle, sagte ein Diplomat am Freitag. Lieferungen, die nicht mit Zahlungen an Teheran verbunden seien, sollten nicht unter das Embargo fallen.

Zudem gilt als wahrscheinlich, dass nach dem Beschluss über den Stopp der Öllieferungen eine Übergangszeit von möglicherweise sechs Monaten gilt, bis das Embargo in Kraft tritt. Damit soll vor allem Länder wie Griechenland und Spanien die Möglichkeit gegeben werden, andere Lieferanten zu finden. Auch Spanien bezieht einen überdurchschnittlich hohen Anteil aus dem Iran.

Über die Länge der Übergangsfrist gebe es aber bisher noch keine Entscheidung, sagte Diplomaten. Es sei auch möglich, dass diese Frage erst von den Ministern persönlich entschieden werde. Die USA wollen, zusammen mit Europa, die iranische Ölindustrie mit Sanktionen schwächen, um Teheran zum Nachgeben im Atomstreit zu zwingen. Zudem soll der Geldverkehr mit dem Iran drastisch beschränkt werden. (APA)

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