Krebs verursachende Wirkung von Cadmium weiter entschlüsselt

8. Juni 2003, 20:00
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Nachweis genetischer Fehlfunktion an Hefezellen gelungen

London - Durch Versuche an Hefezellen ist die Krebs verursachende Wirkung des Schwermetalls Cadmium weiter entschlüsselt worden. Wie das britische Wissenschaftsmagazin "Nature Genetics" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, schaltet das für Batterien und elektrische Geräte viel verwendete Schwermetall in Körperzellen einen Mechanismus aus, durch den im Normalfall spontane Fehler bei der Weitergabe genetischer Informationen wieder rückgängig gemacht werden.

Gefährdung lange bekannt

Die Wahrscheinlichkeit, dass beim Prozess der Verdoppelung der Gen-Informationen (DNS-Replikation) Fehler auftraten, stieg selbst bei nicht tödlichen Cadmium-Verseuchungen auf das bis zu 2.000-Fache. Zumindest an Hefe-Zellen wurde damit nachvollziehbar, warum die Einwirkung des Cadmiums durch Störungen im Mechanismus der genetischen Selbst-Reparatur Krebs erregend wirken kann.

Die Krebsgefährdung durch Cadmium ist lange bekannt. Allerdings konnte der Wirkungszusammenhang nicht vollständig nachvollzogen werden. Cadmium sammelt sich im menschlichen Körper in der Leber, in den Nieren, in der Prostata und in der Lunge an. Besonders hohe Cadmium-Werte ergeben sich bei Rauchern. Die Studie des Teams um den Forscher Dmitry Gordenin vom US-Institut für Umwelt- und Gesundheitswissenschaften legt nahe, dass das Cadmium auch beim Menschen den Selbst-Reparatur-Mechanismus außer Kraft setzt und damit die Gefahr einer Krebserkrankung erhöht. (APA/AFP)

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