"Partei des Lichts" in zwei Provinzen vorne

5. Jänner 2012, 13:04
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Islamisten laut ersten Ergebnissen in dritter Wahlrunde vorn - Mehrheit für Islamisten in neuem Parlament

Kairo - Bei der Parlamentswahl in Ägypten haben die radikalen Islamisten in der dritten und letzten Runde noch besser abgeschnitten als in den ersten beiden Wahlgängen. Das staatliche Nachrichtenportal "Egynews" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf erste Ergebnisse der Auszählung der Wählerstimmen, in der Provinz Nord-Sinai habe die islamistische Partei Al-Nour ("Partei des Lichts") die meisten Stimmen erhalten. Auch in der südlichen Provinz al-Wadi al-Jadid lag sie auf Platz eins.

Damit wird eine Mehrheit der islamistischen Parteien im ersten Parlament nach der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak immer wahrscheinlicher. Die als moderat-islamisch geltende Partei der Muslimbrüder könnte 40 Prozent der Mandate erhalten, Al-Nour mehr als 20 Prozent.

In der letzten Wahlrunde errang die Partei der Muslimbrüder in der Provinz Süd-Sinai, wo die Badeorte Sharm el-Sheikh, Dahab und Nuwaiba liegen, mit rund 60 Prozent die meisten Stimmen. Die säkulare liberale Ägyptische Allianz, als Gegengewicht zu den islamistischen Parteien in die Wahl gegangen, erhielt den Angaben zufolge zehn Prozent der Stimmen.

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche war in neun Provinzen gewählt worden. In einigen Wahlbezirken steht in der kommenden Woche noch eine Stichwahl zwischen den bestplatzierten Direktkandidaten an. Das endgültige Wahlergebnis für alle 27 Provinzen wird Ende kommender Woche erwartet. Mubarak steht derzeit in Kairo vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe die Tötung von Demonstranten bei den Massenprotesten im Jänner und Februar 2011 angeordnet.

Die Partei des Lichts ist die bekannteste Partei der islamistischen Salafisten-Bewegung. Ihre männlichen Anhänger, die ihre Frömmigkeit gern öffentlich zur Schau stellen, fallen optisch durch ihre langen Bärte auf. Die Frauen tragen schwarze Gesichtsschleier wie in Saudi-Arabien. Sie wollen eine Rückkehr zum ursprünglichen Islam des Propheten Mohammed. (APA)

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