Ja, Panik, Killed By 9V Batteries und andere tun Gutes

4. Jänner 2012, 11:02
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Drei Konzerte im Flex am Mittwoch für einen guten Zweck

Es gibt schönere Anlässe, um ein Konzert besuchen, aber keinen wichtigeren: Unter dem Titel Ein Abend für Boris treten heute Abend im Flex die Bands Ja, Panik und Killed By 9V Batteries auf, um Geld für den schwerkranken Flex-Mitarbeiter Boris zu lukrieren. Die österreichische Band Ja, Panik wurde eben in diversen Jahresrückblicken zwischen Hamburg und Neusiedl für ihr heuer erschienenes Album DMD KIU LIDT gestreichelt, das eine relativ vergleichslose Bockigkeit auszeichnet, die man früher einmal Haltung nannte. Ein Begriff, der der Popkultur immer schwergefallen ist. Schließlich ist der Grat zwischen dem Andienen an sein Publikum und persönlicher Integrität bei Menschen mit Charakter eher schmal. Andreas Spechtl und Co meistern das bisher vorzüglich, das lässt sich vor allem an den Anfeindungen ablesen, denen die Band ausgesetzt ist. Aber seit Hägar wissen wir, was das nur bedeutet: Viel Feind, viel Ehr.

Die zweite Band des heutigen Abends sind die Steirer, die sich Killed By 9V Batteries nennen. Anders als Ja, Panik bedienen sie sich eines historisch gut abgesicherten Vokabulars, das Vorbilder wie Pavement, Dinosaur Jr. bemüht. Man kann ihre Musik Grunge nennen, dabei klingen die Bats nicht so angestaubt wie der Begriff - im Gegenteil.

Als dritte Formation partizipieren schließlich Stephan Stanzel und der Cellist Lukas Lauermann als abgespeckte Version der Wiener Formation A Life,

A Song, A Cigarette an diesem Abend. Für wohlfeile zehn Euro kann man so nicht nur drei Konzerte erleben, man tut damit Gutes. So viel Egoismus sollte sich jede/r gönnen. (flu, DER STANDARD - Printausgabe, 4. Jänner 2012)

Ein Abend für Boris:

  • 1., Flex, Augartenbrücke, Donaukanal, 20.00
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