Google, Amazon und Co. erwägen Blackout gegen US-Zensurgesetz

3. Jänner 2012, 09:12
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Netzgrößen sollen sich hinter den Kulissen auf koordinierte Maßnahme vorbereiten

Mit dem "Stop Online Piracy Act" (SOPA) und dem "Protect IP Act" (PIPA) stehen in den USA derzeit zwei Gesetzesentwürfe zur Diskussion, die in der weiteren IT-Community für einige Aufregung und erboste Reaktionen gesorgt haben. Unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Tausches von per Copyright geschützten Inhalten, werde hier eine Gesetzgebung installiert, die massive Eingriffe in grundlegende Abläufe des Internets erlaube, so die Kritik. Konkret würde die Umsetzung von SOPA alle Provider und Serviceanbieter dazu verpflichten auf Anordnung - und ohne eine Möglichkeit die Rechtslage zu prüfen - unerwünschte Seiten zu blockieren und aus dem Suchindex verschwinden zu lassen - eine Art Todesurteil für die betreffende Seite.

Kritik

Eine Idee, die in der IT-Welt selbst auf breite Ablehnung stößt, so haben sich mittlerweile eine Vielzahl von Unternehmen ganz offen gegen SOPA zu Wort gemeldet. Google-Mitgründer Sergey Brin warnt etwa, dass SOPA die USA auf eine Stufe mit den repressivsten Regiment der Welt stellen würde, da es die Meinungs- und Informationsfreiheit grundlegend bedrohe. Auch zahlreiche andere Netzgrößen haben sich bereits ähnlich geäußert, wirklich durchschlagenden Erfolg hatte man damit allerdings bislang nicht, zwar wurde der Gesetzesbeschluss zwischenzeitlich verschoben, steht aber weiter auf dem Plan.

Blackout

In dieser Situation scheint man nun eine weitere, wesentlich drastischere Variante zu überlegen: Wie mehrere US-Medien berichten, soll hinter den Kulissen derzeit über ein mögliches, koordiniertes Blackout von großen Webseiten und -services diskutiert werden. Statt den üblichen Inhalten könnte es bei Google, Facebook oder Amazon dann Warnungen vor den Gefahren einer dermaßen repressiven Gesetzgebung für den Fortbestand des Internets geben - und die offene Aufforderung Druck auf die zuständigen Abgeordneten auszuüben.

Eindruck

Eine solche Maßnahme würde zweifelsfrei für einige Aufregung sorgen und eine deutliche Message an die Politik senden. Denn während die hinter SOPA stehenden Interessenslobbys zweifelsfrei über beeindruckende Geldmittel zur Einflussnahme verfügen, haben Google, Facebook und Co. eine noch wesentlich mächtigere Waffe in der Hand: Die direkte Verbindung mit der breiten Masse der Internet-NutzerInnen - und damit auch der WählerInnen. (red, derStandard.at, 03.01.12)

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