Kim Jong Il: Kondolenzgrüße aus der Präsidentschaftskanzlei

29. Dezember 2011, 20:08
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Eine Mitarbeiterin von Heinz Fischer kondolierte in der nordkoreanischen Botschaft - allerdings als "Privatperson" - Das hat sie mit einem SPÖ-Nationalratsabgeordneten gemeinsam

"Skandal", twitterte der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner Donnerstagabend. Der Bundespräsident habe dem verstorbenen nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il kondoliert. Dies vermeldete zumindest die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA auf ihrer Homepage, auf die Petzner verwies. Ein Mitarbeiter des Bundespräsidenten soll - so die Darstellung der Nordkoreaner - im Namen von Heinz Fischer in der nordkoreanischen Botschaft einen Kondolenzbesuch abgestattet haben, einen Moment der Stille vor einem Bild von Kim Jong Il verbracht und sich auch im Kondolenzbuch verewigt haben.

Auf Nachfrage von derStandard.at bestätigte die Bundespräsidentschaftskanzlei den Besuch einer Mitarbeiterin in der nordkoreanischen Botschaft - allerdings als "Privatperson" und nicht im Auftrag des Bundespräsidenten. "Der Herr Bundespräsident hat nicht kondoliert", so die Sprecherin des Bundespräsidenten, Astrid Salmhofer. "Das ist die Propaganda-Maschine Nordkoreas", sagt Salmhofer. Ob die Mitarbeiterin sich auch ins Kondolenzbuch eingetragen hat und ob sie sich als Mitarbeiterin von Heinz Fischer zu erkennen gegeben hat, konnte Salmhofer nicht bestätigen. Heinz Fischer habe jedenfalls weder schriftlich noch persönlich kondoliert.

Wie die "Presse" berichtet hat auch das Außenministerium kondoliert, allerdings habe man nur ein formloses Schreiben an das nordkoreanische Volk verschickt und kein normales Kondolenzschreiben. Auch SPÖ-Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl stattete laut "Presse" der nordkoreanischen Botschaft einen Trauerbesuch ab, allerdings nicht für die SPÖ-St.Pölten, wie KCNA angibt, sondern als "Privatperson". (seb, derStandard.at, 30.12.2011)

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