Feudalistan at its best

Kommentar23. Dezember 2011, 18:25
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Ex-Flughafen-Sprecher Herbert Kaufmann erhält zu seiner Abfindung einen fetten Konsulentenvertrag

Es kam, wie es kommen musste: Ex-Flughafen-Sprecher Herbert Kaufmann erhält zu seiner Abfindung einen fetten Konsulentenvertrag. Anstatt den Mann für das Skylink-Debakel rauszuschmeißen, versüßt der Airport den Abschied mit mehr als 700.000 Euro. Dass eine Entlassung auch rechtlich gute Chancen gehabt hätte, zeigt schon der Rechnungshofbericht, der die Verfehlungen des Ex-Vorstands beim neuen Terminal penibel aufgelistet hat.
Zu verdanken hat Kaufmann die fürstliche Behandlung ausgerechnet seinem als Sanierer gefeierten Nachfolger Christoph Herbst, der davor den Aufsichtsrat am Flufhafen präsidiert und die Vertragsauflösung mit seinem Vorgänger und den Ländern Niederösterreich und Wien als größte Eigentümer vereinbart hatte. Kurz darauf wechselte der Anwalt dank St. Pöltener Steigleiter in den Verfassungsgerichtshof.

Nun werden die Altlasten entsorgt. Seit Herbst weg ist, mussten Abschreibungen auf Auslandsbeteiligungen und Skylink vorgenommen werden, deren Probleme schon unter der alten Führung in aller Munde waren. Doch wer will schon mit bilanziellen Wahrheiten an die Öffentlichkeit, wenn gerade ein sensibler Karrieresprung ausgeschnapst wird? So haben alle etwas davon. Kaufmann sein Geld, Herbst seinen Posten, Michael Häupl und Erwin Pröll ihren Frieden. Besser könnte Misswirtschaft im rot-schwarzen Feudalistan nicht illustriert werden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25.12.2011)

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