Kaufmann erhält 360.000 Euro Beratervertrag

22. Dezember 2011, 19:24
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Aufsichtsrat genehmigt doch den höchst umstrittenen Konsulentenvertrag

Wien - Der nach dem Sylink-Debakel vorzeitig ausgeschiedene Flughafen Wien-Vorstand Herbert Kaufmann kann aufatmen. Der Aufsichtsrat hat ihm nach Vorliegen eines entsprechenden Rechtsgutachtens nun doch den bereits 2010 vereinbarten, höchst umstrittenen, Konsulentenvertrag zugesprochen, berichtet der "Kurier".

Der für zwei Jahre abgeschlossene Vertrag sieht ein Jahresgehalt von 180.000 Euro vor. Laut Flughafen-Vorstand Günther Ofner muss Kaufmann als Gegenleistung in maximal sechs Gruppen-Aufsichtsräten ein Mandat als Aufsichtsrat wahrnehmen und "kann auch für diverse andere Projekte herangezogen werden". Eine Spesenpauschale gebe es nicht, so Ofner zur Zeitung.

Damit erhält Kaufmann den Maximalbetrag, den der Flughafen zu Beginn des Rechtsstreites der Öffentlichkeit genannt hatte.

Unabhängig von der Konsulentenvereinbarung wurde an Kaufmann - dessen Vertrag bis 2014 gelaufen wäre - eine Abfindungszahlung von 350.000 Euro überwiesen; Bonuszahlungen für 2009 und 2010 galten laut Airport damit ebenfalls als erledigt. Die Grünen hatten gegen den Beratervertrag massiv protestiert, schließlich sei Kaufmann für die exorbitante Kostenexplosion verantwortlich.

Am Abend nahm die Flughafen Wien AG in einer Aussendung dazu Stellung. Der Vertrag sei bereits am 15. Dezember 2010 abgeschlossen worden, jetzt habe eine gutachtliche, rechtliche Beurteilung lediglich die Gültigkeit des Vertrages festgestellt. Zahlungen werden jedoch nur dann getätigt, wenn auch entsprechende Gegenleistungen erfolgen würden. "Alle darüberhinausgehenden Wünsche werden allerdings nicht erfüllt", heißt es in der Aussendung. (red, APA)

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    Herbert Kaufmann kann aufatmen

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