Untersuchungen an der Realität

19. Dezember 2011, 17:22
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Der Dokumentarfilm "War on Terror" studiert, wie die USA nach den Attentaten vom 11. September 2001 zurückschlagen

The War on Drugs und info wars hießen die beiden ersten Dokumentarfilme des österreichischen Regisseurs Sebastian J. F. Auch der jüngste, War on Terror, verfolgt ein gewichtiges Thema. Eröffnet wird mit einem Zitat von Karl Rove, Berater von George W. Bush, das die USA als Imperium beschreibt: "Wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realität. (...) Wir sind die Akteure der Geschichte, ihr könnt unser Tun nur studieren."

Diese Ansage nimmt der Film auf: Er studiert sozusagen, wie das Imperium nach den Attentaten vom 11. September 2001 zurückschlägt. Er stößt dabei schnell auf die beharrliche Rede von den Massenvernichtungswaffen oder jene Menschenrechtsverletzungen, die bei willkürlichen Verhaftungen beginnen und im Gefangenenlager Guantánamo enden.

Viel einschlägiges Bildmaterial stammt aus dem Archiv. Zusätzlich hat der Filmemacher Interviews geführt. Zu Wort kommt die US-TV-Journalistin Amy Goodman von Democracy Now, die die Arbeit der US-Medien im Vorfeld des Einmarsches im Irak einmal sehr treffend als "cheerleading for war" beschreibt. Weiters der österreichische Jurist Manfred Nowak, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter über Folter, und der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz. (irr, DER STANDARD - Printausgabe, 20. Dezember 2011)

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