Schauspieler Walter Giller gestorben

16. Dezember 2011, 10:16

Der Komödiant erlag in einer Hamburger Klinik seinem Krebsleiden

Hamburg - Der deutsche Schauspieler und Publikumsliebling Walter Giller ist tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie ein Freund der Familie in München berichtete. Giller erlag einem Krebsleiden in einer Klinik. Das Internet-Portal "bild.de" berichtete, dass er Donnerstagabend gestorben sei. Der Komödiant ("Die Drei von der Tankstelle") und Charakterdarsteller ("Rosen für den Staatsanwalt") lebte mit seiner österreichischen Ehefrau Nadja Tiller in einer Seniorenresidenz in Hamburg.

Lausbub und Publikumsliebling

Mit Giller hat einer der großen Komödianten der Nachkriegszeit für immer die Bühne verlassen. Giller galt stets ein großer Lausbub zwischen tapsig und pfiffig. Der am 23. August 1927 in Recklinghausen geborene und in Hamburg aufgewachsene Giller spielte in zahlreichen Komödien wie den legendären Pauker-Filmen, in Karl-May-Verfilmungen und Edgar-Wallace-Krimis. Unvergesslich seine Auftritte in die "Drei von der Tankstelle" 1955, als Charley in "Charleys Tante" 1956 oder als Jo Sommer mit Heinz Erhardt und Hans-Joachim Kuhlenkampff in "Drei Mann in einem Boot" im Jahr 1961.

Allerdings war Giller auch als Charakterdarsteller erfolgreich. Seine Filmkarriere hatte 1949 mit "Artistenblut" begonnen, wo er seine erste größere Rolle übernehmen konnte. Mehr als 80 Spielfilme drehte Giller in den folgenden Jahrzehnten. Für seine Rolle eines Wehrmachtssoldaten in "Rosen für den Staatsanwalt" erhielt er 1959 den Bundesfilmpreis. Ein weiterer folgte zwei Jahre später für seinen Part als Ostberliner Lastwagenfahrer im Liebesfilm "Zwei unter Millionen", der ihm außerdem den Preis der Deutschen Filmkritik einbrachte.

Serien und Filme

Giller wirkte auch in zahllosen Serien und Fernsehfilmen mit. In den 1980ern reüssierte er mit der Sketchshow "Locker vom Hocker". Ungeachtet dieser Erfolge in Film und Fernsehen blieb der Schauspieler jedoch stets dem Theater treu. Nachdem er gegen Ende des Krieges noch als Flakhelfer eingezogen worden und in Gefangenschaft geraten war, hatte Giller zurück in Hamburg zunächst Medizin studiert, gab das Studium aber zugunsten einer Schauspielausbildung an den Hamburger Kammerspielen jedoch abgebrochen. Er arbeitete dort anfangs als Requisiteur und Beleuchter, bevor er mit dem Schauspielunterricht begann. Seine Karriere auf den Brettern, die die Welt bedeuten, startete dann 1947 mit einer Nebenrolle in Thornton Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen". Und auch später ging er oft auf Tournee und bereicherte die deutschen Boulevardtheater mit seinem charakteristischen Timbre. Große Erfolge feierte er in den 60er und 70er Jahren mit der Komödie "Mein Freund Harvey".

Oft stand ihm dabei seine österreichische Frau Nadja Tiller zur Seite, mit der er 55 Jahre verheiratet war, wobei der Verbindung zwei Kinder entsprangen. Jahrelang galten die einstige Miss Austria, die unter anderem als "Mädchen Rosemarie" brillierte, und Giller mit seinem jungenhaften Charme als das Traumpaar des deutschen Films. Im Jahr 2000 erhielten die beiden das Bundesverdienstkreuz am Bande. Zuletzt hatte sich das Paar völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und lebte in einem Hamburger Seniorenstift. (APA)

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    Walter Giller starb Donnerstagabend 84-jährig.

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    Walter Giller mit Ehefrau Nadja Tiller auf einem undatierten Foto.

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