Warum Studentenwohnungen für Anleger interessant sind

15. Dezember 2011, 10:17
20 Postings

Quadratmetermieten über dem Marktniveau, laufende Preisanpassung, kaum Mietausfälle

Quadratmetermieten über dem Marktniveau, laufende Preisanpassung, kaum Mietausfälle. Das sind die Gründe, warum Investoren auf Studentenwohnungen als Anlageklasse setzen. Die Nachfrage nach Wohnungen steigt zudem.

***

Die Immobilienbranche hat mit Studentenwohnheimen ein neues Terrain erschlossen. Die Idee dahinter ist so einfach wie offenbar lohnend: Immer mehr Studenten suchen nach einem Zimmer oder einer kleinen Wohnung. Vor allem in den klassischen Universitätsstädten ist das Wohnungsangebot daher oft knapp. In Deutschland haben sich Immobilienentwickler daher schon auf Apartmenthäuser spezialisiert.

Mieten über Marktniveau

Für den kleinteiligen Wohnraum können Quadratmetermieten erzielt werden, die deutlich über dem sonstigen Marktniveau liegen. Was den Immobilienanbietern auch entgegenkommt, ist die relativ kurze Mietdauer von drei bis vier Semestern. "Diese kurzlaufenden Mietverträge ermöglichen eine regelmäßige Anpassung des Mietniveaus, die sonst bei Wohnungen in der Regel nicht in diesem kurzen Intervallen möglich ist", sagt Rainer Nonnengässer, Vorstand der auf Studentenapartments spezialisierten Youniq AG, zum Magazin Cash.Online.

Youniq ist seit 2009 auf studentisches Wohnen spezialisiert und hat mit dem Emissionshaus MPC auch einen eigenen Fonds aufgelegt. Der "MPC Deutschland 11" bietet Anlegern die Beteiligung an einem Portfolio aus fünf modernen Studentenappartementanlagen. Die Laufzeit ist auf zwölf Jahre ausgelegt, die jährliche Rendite soll bei 5,75 Prozent liegen. Anleger partizipieren sowohl an den laufenden Miet-/Pachteinnahmen als auch am Verkaufserlös der Immobilie. Das Mindestinvestment liegt bei 10.000 Euro. In Österreich ist der Fonds vorerst nur als Private Placement zeichenbar, das Mindestinvestment beträgt daher 500.000 Euro plus Gebühren.

Zu bedenken ist aber, dass dieser Fonds ein geschlossener Fonds ist. Anleger können ihre Anteile nicht börsentäglich wieder abgeben und sind auf den Sekundärmarkt angewiesen.

Mietausfall gering

Lutz Dammaschk erklärt in Cash.Online einen weiteren Vorteil dieser Anlageklasse: "Es gibt bei Studentenappartements so gut wie keinen Mietausfall, da zum einen aufgrund des geringen Angebots in der Regel durchgehend vermietet werden kann und durch die Kaution oder eine Bürgschaft der Eltern eventuelle Zahlungsausfälle abgesichert sind", sagt der Geschäftsführer von Vegis Immobilien, die mit Vegis Campus eine eigene Sparte für Studentenwohnungen gegründet haben. Mehr als 2000 Wohneinheiten an zehn Standorten werden verwaltet.

Gerade in Deutschland kommt den Immobilienentwicklern auch die Abschaffung der Wehrpflicht zugute, da damit mehr Leute an die Universitäten drängen als früher. Zudem werden bis 2015 doppelte Maturajahrgänge erwartet, und die Internationalisierung der Studenten lasse auf große Nachfrage am Wohnungsmarkt hoffen.

Dammaschk lockt seine Investoren auch mit Renditen von fünf bis 6,5 Prozent. In Summe bewege man sich damit über dem Niveau, das bei normalen Wohnimmobilien in vergleichbarer Lage erzielt werden könne.

Für die Studenten heißt das allerdings, dass sie für ihre Unterkunft künftig wohl noch tiefer in die Tasche greifen müssen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.12.2011)

  • Studentisches Wohnen wird immer mehr zum Inhalt für Investoren. Sie 
setzen auf Portfolios aus Studentenwohnheimen.
    foto: standard/fischer

    Studentisches Wohnen wird immer mehr zum Inhalt für Investoren. Sie setzen auf Portfolios aus Studentenwohnheimen.

Share if you care.