dag: Arme Prominenz

5. Juni 2003, 20:37
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Es hat schon auch Vorteile, nicht berühmt zu sein. Erstens lächelt einem das eigene Gesicht nicht wöchentlich aus Magazinen entgegen...

Es hat schon auch Vorteile, nicht berühmt zu sein. Erstens lächelt einem das eigene Gesicht nicht wöchentlich aus Magazinen entgegen, in denen Entgegenlächler serienmäßig mit debilen Texten bestraft werden. Zweitens besitzt man überschaubar wenig Geld und verfügt über einen vernünftig kleinen Kreditrahmen, der schon gesprengt ist, wenn man nur einmal schief an ein Auto denkt.

Er musste dafür berühmt werden

Drittens - und jetzt sind wir bei Barry Manilow ("Mandy", "I Write the Songs", "Copacapana"). Der Mann hat es geschafft, glaubte man. Irrtum: Er musste dafür berühmt werden, dass er im Alter von 56 Jahren den Überblick über seine Villen verlor. Er wähnte sich, wie man gestern im STANDARD lesen durfte, nächtens in seinem Haus in Malibu (wo es rechts ins Schlafzimmer gegangen wäre), als er nach dem Einschwenken in seiner Villa in Palm Springs von einer Steinwand begrüßt wurde: Manilow blieb mit einem Nasenbeinbuch liegen. - Die weltweite Schlagzeile nimmt ihm keiner mehr.

PS: Mein Nachbar ist unlängst brutal gegen eine Litfaßsäule gerannt. Vermutlich war er im falschen Wirtshaus. Niemand weiß von dem Vorfall außer mir (und ausnahmsweise Ihnen). Das ist Lebensqualität. (dag, DER STANDARD Printausgabe 6.6.2003)

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