Neuer Aufgabenbereich für Knoll

5. Juni 2003, 19:41
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Die ehemalige burgenländische Superintendentin übernimmt von SP-Klubchef Cap die Leitung der Zukunftswerkstätte

Wien - Kommende Woche beginnt die ehemalige evangelische Superintendentin Gertraud Knoll in ihrem neuen Job als Leiterin der Zukunfts-und Kulturwerkstätte der SPÖ. Knoll soll Projekte aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kultur und Soziales organisieren und dafür "kreative Leute aus allen Bereichen heranziehen", heißt es in der SPÖ. Diese Projekte sollen dann wiederum "in die SPÖ zurückwirken" und Eingang in konkrete politische Programme finden.

Bei der Auswahl der Kreativköpfe für den roten "Think-tank" soll sich Knoll nicht nur an das Angebot der SP-Kader halten, sondern gezielt Kräfte einbinden, die bisher nicht in Parteinähe aufgetaucht sind.

Mit dem neuen Engagement hat die 1958 geborene Knoll einen endgültigen Schlussstrich unter ihre theologische Karriere gezogen. Der Umstieg in eine der Politik näher liegende Laufbahn begann allerdings schon vor fünf Jahren, als Knoll als unabhängige Präsidentschaftskandidatin gegen Thomas Klestil antrat und immerhin knapp 15 Prozent der Stimmen erreichte. In der Folge bescherte ihr vor allem das Auftreten gegen die Migrationspolitik der FPÖ massiven Widerstand in ihrer Pfarrgemeinde, der bis zum Boykott ihrer Gottesdienste und Bedrohungen ging.

Vergangenen Herbst legte Knoll ihre Ämter in der evangelischen Kirche zurück und nahm das Angebot Alfred Gusenbauers an, in sein "Kabinett des Lichts" einzutreten. Nach den geplatzten Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ platzten auch Knolls Aussichten auf ein Staatssekretariat. (red)

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