Antioxidantien können das Gehirn schützen

3. Juni 2003, 18:28
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Rattenversuch zeigt günstigen Effekt bei alkoholbedingten Schäden

Washington - Antioxidantien, denen bereits im Kampf gegen Krebs großes Potenzial zugesprochen wird, sollen nun auch das Gehirn vor Schäden durch chronischen Alkoholkonsum schützen. Chronischer Alkoholismus schädigt für das Lernen und das Gedächtnis verantwortliche Gehirnregionen. Ein Ratten verabreichtes Antioxidantium bot allerdings eine Schutzwirkung, berichten Forscher der Cornell University im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Im Versuch fütterten Forscher um Daniel G. Herrera vom Weill Medical College der Universität Ratten sechs Wochen lang mit einer alkohol-hältigen Flüssignahrung. Bei den Tieren reduzierte sich die Zahl neuer Zellen in wichtigen Gehirnregionen um 66 Prozent. Zudem wurde ein deutlicher Anstieg im Zelltod registriert. Erhielten die Ratten allerdings Injektionen des Antioxidantiums Ebselen, schien es keine Schädigung bei neuen Zellen zu geben, so die Forscher. Die Gehirne dieser Ratten unterschieden sich nicht von einer Gruppe von Ratten, die keinen Alkohol erhielten.

Es ist bereits bekannt, dass Alkohol Leberzellen schädigt und dieser Umstand durch Antioxidantien reduziert werden kann. Dieser Zusammenhang bewog die Forscher, den Einfluss von Antoxidantien auf das Gehirn zu untersuchen. Die Wahl fiel auf Ebselen, da es auf Leber und den Verdauungstrakt eine Schutzwirkung ausübt und es bei Menschen nur geringe Nebenwirkungen besitzt. Mit welchem Mechanismus Alkohol das Hirn partiell schädigt, ist noch nicht zur Gänze geklärt. Zum Teil scheint dafür oxidativer Stress verantwortlich zu sein, kommentiert Antonio Noronha, Leiter der Neurowissenschaft- und Verhaltensabteilung am National Institute of Alcohol Abuse and Alcoholism. (pte)

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