UBS reduziert das Investmentbanking

18. November 2011, 08:46
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New York/Zürich - Die größte Bank der Schweiz, die UBS, will ihr Investmentbanking deutlich abspecken. Geplant sei eine Sparte, die weniger komplex und weniger risikoorientiert sein soll, teilte die UBS am Donnerstagabend bei einem Investorentag in New York mit. Stattdessen will die Bank künftig ihre Vermögensverwaltung stärker in den Fokus rücken.

Restrukturierungen im Investmentbanking sind vor allem beim Handel mit Anleihen und Devisen geplant. In Folge des Umbaus werden bis Ende 2016 der UBS zufolge 2.000 Stellen im Investmentbanking gestrichen. Derzeit beschäftigen die Schweizer dort noch 18.000 Mitarbeiter.

Die Aktionäre sollen in diesem Jahr erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise wieder eine Dividende erhalten. Die UBS will für 2011 pro Aktien 0,10 Franken ausschütten. Zuletzt hatte die Bank im Geschäftsjahr 2006 eine Dividende in bar ausgezahlt. 2007, als die UBS bereits in der Krise des US-Hypothekenmarktes steckte, gab es für die Anteilseigner noch eine Aktiendividende.

Die UBS war durch einen Zockerskandal in die Schlagzeilen geraten. Unautorisierte Geschäfte eines Händlers hatten zu einem Milliarden-Verlust geführt. Dadurch war der Druck gewachsen, im Investmentbanking stärker durchzugreifen.

Hauptpfeiler

Das weltweite Geschäft mit vermögenden bis ultrareichen Privatkunden, in das die Bank in ihrer jüngeren Geschichte stark vorgestoßen ist, wird eindeutig zum Hauptpfeiler der UBS. Die Investmentbanker sollen ihre Tätigkeiten im Anlage- und Beratungsgeschäft mehr auf die reichen Privatkunden ausrichten. Das Wealth-Management-Geschäft verwaltet heute fast 1.400 Milliarden Franken (1.130 Mrd. Euro) verwaltet und soll von Reichen und Superreichen netto jährlich zusätzlich drei bis fünf Prozent neues Geld holen soll. Zugleich will Ermotti die Kosten in dieser Sparte zurückfahren.

Ein Kleinkundengeschäft hat die UBS aus historischen Gründen nur in der Schweiz. Dieses steht laut den Ankündigungen vom Donnerstag nicht zur Debatte.

In der Investmentbank will Konzernchef Sergio Ermotti die so genannten risikogewichteten Aktiven in der Bilanz von heute rund 300 Mrd. Franken auf etwa die Hälfte reduzieren. Dies bedeutet, dass gewisse Geschäfte der Handelsabteilung wegfallen, und dass die Sparte weniger vom Kapital der UBS in Anspruch nehmen wird.

Mit dem angekündigten Rückbau der Investmentsparte wird die UBS auch bescheidener. Unter dem im September zurückgetretenen Konzernchef Oswald Grübel hatte die Bank noch darauf abgezielt, 15 bis 20 Prozent Rendite auf dem eingesetzten Kapital hereinzuholen. Nun spricht sie noch von einem Renditeziel zwischen 12 und 17 Prozent.

An der Wall Street schwächte sich die UBS-Aktie während des Investorentags ab und notierte 1,66 Prozent schwächer bei 11,32 Dollar. An der Zürcher Börse hatte die Aktie vor Beginn der Veranstaltung 2,9 Prozent auf 10,50 Franken verloren. (APA/Reuters)

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