81-Jährige zündete sich wegen Zwangsräumung selbst an

16. November 2011, 11:44
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Der Protest richtet sich gegen den Abriss ihres Wohnhauses wegen eines Bauprojekts

Peking - Aus Protest gegen eine Zwangsräumung ihres Wohnhauses hat sich eine alte Frau in China selbst angezündet und ist an ihren schweren Verletzungen gestorben. Wie die Zeitung "Peking Times" am Mittwoch berichtete, setzte sich die 81-jährige Wang Liushi in Brand, als rund 300 von der örtlichen Regierung eingesetzte Arbeiter zu ihrem Haus kamen, um es wegen eines Bauprojekts abzureißen. Sie starb demnach noch an Ort und Stelle. Der Vorfall habe sich Anfang November in der Stadt Zhengzhou, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Henan, ereignet, berichtete die Zeitung. Der Sohn und die Schwiegertochter der Frau seien wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" zehn Tage inhaftiert worden, weil sie versucht hätten, die Abrissarbeiten zu behindern.

Die Behörden behaupteten demnach, das Haus sei illegal errichtet und die Familie bereits im September zum Abriss aufgefordert worden. Der Sohn der Frau, Wang Haorong, sagte hingegen, er habe 1994 eine Baugenehmigung bekommen und seit der Fertigstellung des Hauses regelmäßig Pacht für das Bauland bezahlt. Vertreter der örtlichen Regierung wollten sich nicht zu dem Vorfall äußern. In China kommt es wegen Zwangsräumungen immer wieder zu Tragödien und heftigen Protesten, weil die Behörden die Menschen oftmals damit überraschen und nicht angemessen entschädigen. (APA)

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