Lesen und lesen lassen

13. November 2011, 20:07
3 Postings

Neuer Besucherrekord bei der Buch Wien

Wien - Es ist mit der U2 nicht weit vom Wiener Rathaus, wo früher die Wiener Buchwoche stattfand, zur Messe Wien, in deren Halle D am Sonntag die viertägige internationale Buchmesse Buch Wien zu Ende ging. Der Weg allerdings, den die Buch Wien in den vier Jahren ihres Bestehens zurückgelegt hat, ist beachtlich.

Nach Anfangsschwierigkeiten und begleitet von einem Chor kritischer Stimmen (die Buchwoche war in den sechs Jahrzehnten ihres Bestehens zu einer Institution geworden und im Gegensatz zur Buch Wien bei freiem Eintritt zu besuchen) wird die Wiener Buchmesse nun langsam zum Treffpunkt von Autoren, Verlegern und Publikum.

Zum ersten Mal hatte man heuer das Gefühl, dass die Messe in der Stadt, bei Buchinteressierten und Lesern angekommen ist. Das Messepublikum - die Organisatoren verzeichnen mit 33.000 Eintritten (20 Prozent mehr als 2010) einen neuen Besucherrekord - war erfreulich gemischt. Hatten schon Donnerstag und Freitag Schulklassen die Messe förmlich gestürmt, besuchten auch am Wochenende zahlreiche Kinder mit ihren Eltern die Kinderbühne.

Ausgezahlt hat sich auch die Vergrößerung des Ausstellungsraumes, der sich nun übersichtlicher präsentiert. Das Ambiente, in dem man an den Verlagsständen, darunter viele Kleinverlage, die Herbstbücher durchblättern konnte, war einladender als in den letzten Jahren. Und wem nicht nach Selberlesen war, konnte sich auf den sechs Bühnen zum Teil hochklassige, akustisch nicht immer leicht zu verstehende Lesungen anhören.

Das E-Book, eine Art Gottseibeiuns der Verlagsbranche, spielte bei der Buch Wien keine all zu große Rolle. Mehr Gesprächsstoff lieferte die vergangene Woche angekündigte Übersiedelung des Ueberreuter-Verlages von Wien nach Berlin, wo man, wie Ueberreuter-Geschäftsführer Klaus Kämpfe-Burghardt sagt, "näher am deutschsprachigen Buchmarkt" sei. 31 Mitarbeiter wurden gekündigt. (steg/ DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2011)

Nachlese:
Griechischer Wein in Halle D
"Es geht ums Überleben": Der griechische Autor Petros Markaris eröffnete die vierte internationale Buchmesse "Buch Wien"

Share if you care.