Israelische Armee erschießt Siedler

11. November 2011, 12:48
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Soldaten eröffneten an Straßensperre Feuer auf Fahrzeug

Kurz nach halb sechs in der Früh ist es am Freitag zu einem folgenschweren Zwischenfall im Westjordanland gekommen. Soldaten der israelischen Streitkräfte haben nach Armeeangaben nahe Beit Hagei das Feuer auf ein Auto eröffnet, dessen Fahrer sich dem Befehl zum Anhalten widersetzt hatte. Der Fahrer, ein jüdischer Siedler aus der Ortschaft Otniel nahe Hebron, kam dabei zu Tode, zwei weitere Insassen wurden nach Angaben der israelischen Tageszeitung Haaretz verletzt. 

Die Armee verlautbarte, ihre Soldaten hätten von einem Wachturm aus ein verdächtiges Fahrzeug beobachtet, das die Siedlung Otniel verlassen hat. Es sei ihnen nicht gelungen, rechtzeitig einen Checkpoint aufzubauen und sie hätten beschlossen, den Wagen per Handsignal zu stoppen. Nachdem der 55-jährige Fahrer darauf nicht reagierte, hätten die Soldaten acht Schüsse auf das Auto abgefeuert. Als sie sich dem Wagen näherten, sei zudem ein Soldat von einem palästinesischen Lastwagen angefahren und verletzt worden.

Die Armee kündigte umfangreiche Untersuchungen an und nannte den Beschuss des Siedlers einen "Unfall". (red)

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    grafik: derstandard.at, stepmap
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