Südtiroler "Ausbrecherkönig" Max Leitner erneut getürmt

29. Oktober 2011, 13:06
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53-Jähriger kam von Freigang nicht zurück - Bereits viermal aus Gefängnissen geflohen

Bozen - Der berüchtigte Südtiroler "Ausbrecherkönig" Max Leitner ist erneut getürmt. Am Donnerstag war der 53-Jährige von einem Freigang nicht mehr ins Gefängnis von Asti im Piemont zurückgekehrt. Seit gestern, Freitag, wird fieberhaft nach ihm gefahndet, insbesondere in Südtirol, berichtete die Tageszeitung "Dolomiten" in ihrer Samstagsausgabe. Dem in Elvas bei Brixen geborenen Südtiroler war es bereits viermal zuvor in seiner Karriere gelungen, aus Gefängnissen zu fliehen.

Seit Juni 2007 befand er sich in der Haftanstalt im Piemont. Dort sollte er eigentlich seine restliche Freiheitsstrafe bis zum Jahr 2019 absitzen. Aber Leitner, auf dessen Konto mehrere bewaffnete Raubüberfälle und Einbrüche in den 80er und 90er Jahren gehen, nutzte offenbar seinen Freigang, um auszubüxen. Laut "Dolomiten" dürfte der Gefängniskaplan sein unfreiwilliger Fluchthelfer gewesen sein. Er soll den Geistlichen durch den Wunsch, das Grab seines Vaters besuchen zu wollen, erweicht haben, ihn nach Südtirol zu bringen.

Fahndung läuft auf Hochtouren

Bei einem Halt im Trentino soll Leitner schließlich ohne Anwendung von Gewalt zu Fuß geflohen sein. Im Trentino laufe die Fahndung auf Hochtouren, die Sicherheitskräfte in Südtirol seien ebenfalls in höchster Alarmbereitschaft. Es sei nämlich davon auszugehen, dass er versuche, so schnell wie möglich Südtirol zu erreichen. Wahrscheinlich sei er auch bewaffnet.

Die bisher letzte Flucht des "Ausbrecherkönigs" nahm im Dezember 2004 mit einer Verhaftung in Marokko ein jähes Ende. Leitner war im Oktober zuvor mit einem Mafioso aus dem Gefängnis von Bergamo ausgebüxt. Leitner war damals zu sieben Jahren Haft wegen eines Raubüberfalles auf eine Bank in Mühlen in Taufers im Jahr 2003 verurteilt worden.

Bewegte Verbrecherkarriere

Die Verbrecherkarriere des Südtirolers kann insgesamt als bewegt bezeichnet werden: Im August 1990 versuchte er in der Nähe der Ausfahrt Innsbruck-Süd der Brennerautobahn mit Komplizen, einen mit 90 Millionen Schilling beladenen Geldtransporter zu überfallen. Der Coup wurde allerdings durch eine Spezialeinheit der Gendarmerie vereitelt, Leitner nach einem Schusswechsel gestellt und schließlich von einem Geschworenengericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Wenige Tage später gelang ihm die Flucht. Die Haftbedingungen in Österreich bezeichnete er als "mittelalterlich".

Seine Haft setzte Leitner in Bozen fort, wo er sich laut Angaben der Gefängniswärter "vorbildlich" verhielt - bis er sich eines Tages mit Leintüchern abseilte und das Weite suchte. Im Mai 1993 wurde er - vorübergehend - wieder gefasst. Während eines Hafturlaubs kehrte Leitner 2002 jedoch ins Hochsicherheitsgefängnis in Padua nicht mehr zurück. Nach dem Banküberfall 2003 wurde er nach einer tagelangen, aufsehenerregenden Flucht von einem Großaufgebot der Carabinieri in einem Maisfeld bei Bruneck geschnappt. Er wurde verurteilt und in das Gefängnis nach Bergamo gebracht - auch damals nur vorübergehend. (APA)

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