Erneut antike Mauer in Pompeji eingestürzt

24. Oktober 2011, 13:44
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Erstmals könnte sich die UNESCO direkt um ein Weltkulturerbe kümmern

Rom - In der archäologischen Welterbestätte Pompeji bei Neapel bröckelt es auch unter Italiens neuem Kulturminister weiter: Eine antike Mauer ist in der Nähe des Steintors "Porta di Nola" in der Nacht zu Samstag eingestürzt, wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Mehrere Kubikmeter Schutt seien alles, was vom Bauwerk übriggeblieben sei, berichtet ANSA unter Berufung auf Behörden. Die Polizei sperrte das Gebiet um die Trümmer vorsorglich ab.

Nun soll sich die UNO-Kulturorganisation UNESCO um die Welterbestätte kümmern. "UNESCO wird Pompeji retten", berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa" am Montag. "Die UNESCO wird Pompeji technische Unterstützung sichern, de facto wird sich die UNO-Kulturorganisation erstmals direkt um ein Weltkulturerbe kümmern", berichtete "La Stampa". Das Kulturministerium versicherte, dass sich die UNESCO nicht in seine Kompetenzen einmischen werde. "Es wird lediglich zu einer engeren Zusammenarbeit kommen", so ein Sprecher des Kulturministeriums.

Galan wollte mehr für Erhaltung tun

Bereits im vergangenen Jahr waren mehrere Gebäude der Jahrtausende alten bedrohten Ausgrabungsstätte eingestürzt, darunter die "Schola Armaturarum". In diesem Fresken-Haus hatten sich im Alten Rom einst Gladiatoren auf ihren Kampf vorbereitet. Weil er sich angeblich nicht genug um den Schutz von Italiens archäologischen Schätzen gekümmert hatte, war der frühere Kulturminister, Sandro Bondi, in die Kritik geraten und im Frühjahr zurückgetreten. Sein Nachfolger Giancarlo Galan versprach, mehr für die Erhaltung Pompejis zu tun.

Die archäologische Stätte in Süditalien ist kulturell von großer Bedeutung und zieht Millionen von Touristen an. Bei einem Vulkanausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus wurde die antike Stadt Pompeji unter meterhohen Aschebergen begraben und dadurch weitgehend konserviert. (APA)

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