Serben protestieren gegen Beseitigung der Blockaden

17. Oktober 2011, 11:08
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Auch Berichte über Kinder an Barrikaden

Prishtina/Belgrad- Kosovo-Serben haben sich am Montag erneut in größerer Zahl bei den vor einem Monat errichteten Verkehrsblockaden versammelt, um gegen deren Beseitigung zu protestieren. Die internationale Schutztruppe KFOR hatte Ende der Vorwoche die Räumung bis Montag verlangt. Die Frist wurde am Sonntagabend von KFOR-Befehlshaber Erhard Drews um 24 Stunden verlängert.

In der Ortschaft Zupce auf dem Verkehrsweg zwischen Mitrovica und dem Grenzübergang Brnjak haben sich laut Belgrader Medienberichten ortsansässige Serben seit den frühen Morgenstunden versammelt, um gegen die Blockadenräumung zu protestieren. Auch in Mitrovica und Zubin Potok haben Serben erneut einen Wachdienst an den Barrikaden organisiert. An der Barrikade in Zupce seien am Montag sowohl Frauen als auch Schulkinder gewesen, berichtete die private serbische Presseagentur Beta. In der Ortschaft Ibarski Kolasin hat es deswegen gar einen schulfreien Tag gegeben.

Vertreter der vier serbischen Gemeinden im Norden des Kosovo hatten am Sonntag von der KFOR mehr Zeit beantragt, um über die Beseitigung der Blockaden zu beraten. Eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte der vier nordkosovarischen Gemeinden ist am Mittwoch in Zubin Potok geplant. Nach Worten des Bürgermeisters von Leposavic, Branko Minic, dürften die Verkehrssperren anschließend für die KFOR und die EU-Rechtsstaatsmission EULEX geöffnet werden. Mit den verbarrikadierten Wegen protestieren ortsansässige Serben gegen die Anwesenheit kosovarischer Zöllner an den Grenzübergängen Jarinje und Brnjak.

Die serbische oppositionelle Liberaldemokratische Partei (LDP) appellierte an die Belgrader Behörden, "dringend zur Beseitigung der Barrikaden" aufzufordern, um "Chaos, Angst und Beunruhigung" unter den nordkosovarischen Serben zu verhindern. Nach Angaben der Partei seien am Montag auch Schulkinder ohne Zustimmung ihrer Eltern an die Verkehrsbarrikaden gebracht worden, berichtete Beta.

Die serbischen Behörden haben in den vergangenen Tagen den Serben im Norden des Kosovo dringend von "Konfrontationen" mit KFOR und EULEX abgeraten, ohne jedoch den Abbau der Barrikaden wirklich zu unterstützen. (APA)

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