Kreativität schafft neue Schnittstellen

1. Juni 2003, 20:51
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Wien fördert kultur- & wirtschaftsnahe Ideen

Das Institut für Komposition und Elektroakustik, die Video-Forschungsabteilung Advanced Computer Vision im Wiener Tech Gate und das Zentrum für soziale Innovation: Nicht nur diese drei, mehr als 150 Forschungseinrichtungen soll es in Wien geben, die eine thematische Nähe zum Begriff Creative Industries haben, deren Entwicklungen also kulturnah (wobei der Begriff Kultur hier auch die Alltagskultur mit einschließt) und kreativ, dennoch aber wirtschaftlich verwertbar sind. Das hat der im Vorjahr gegründete Wiener Wissenschafts-Technologie Forschungsfonds (WWTF) in einer Studie feststellen lassen und lädt nun zur Vorbereitung eines Ausschreibungsverfahrens ("Call") diese Institute und Zentren ein, Ideen für ein mehrjähriges Projekt bis 18. Juli kurz zu skizzieren und einzuschicken. Im September soll dann die Ausschreibung mit 2,5 bis drei Mio. € folgen, die Umsetzung ist ab Frühjahr 2004 geplant.

"Wir machen die Wiese weit auf", sagt Michael Stampfer, Geschäftsführer des WWTF im STANDARD-Gespräch, und skizziert, welche Vorschläge man sich erwartet. Neue Artificial-Intelligence-Projekte ebenso wie Ideen zur Visualisierung von Musik, innovative Tourismusführer auf Basis neuer Technologien genauso wie kreative Projekte in der Archäologie. Der WWTF will so Schnittstellen zwischen der nutzungsorientierten Grundlagenforschung und der Wirtschaft schaffen.

Die Wiener Stadtpolitik bezeichnet Creative Industries nun neben Biotechnologie, Informationstechnologie sowie Verkehr und Logistik als einen weiteren wirtschafts-und technologiepolitischen Schwerpunkt. Auch der Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) startet eine Ausschreibung zum Thema.

Creative Industries Multimedia wird vom 1. bis 4. September ausgeschrieben, angesprochen wird rein anwenderorientierte Forschung. Gesucht werden laut Pressetext innovative Projekte aus dem Bereich Multimedia, "und zwar Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit wesentlichem Innovationsgehalt im Vergleich zum Stand der Technik". Die besten Projekte werden mit bis zu 250.000 Euro gefördert. Insgesamt stehen für diesen "Call" 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. (pi/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.6. 2003)

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