Freiheit für Peter Rapp

14. Oktober 2011, 17:36
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Er hat im Leben schon so viel mitgemacht, dass er über sich selbst am besten lachen kann

Peter Rapp ist jener Mann, der zwischen 1968 und 1978 mit Spotlight die Rockmusik in den ORF brachte. Damit fügte er der Dummheit im Land entscheidenden Schaden zu. Weiters erfand er damals den Klobrillenbart für Leute, die gern völlern und trotzdem ein Gesicht haben wollen. Vom Jeansanzug und den Schlaghosen brauchen wir gar nicht zu reden. Er brachte früh Wolfgang Ambros und damit den Austropop ins Spiel. Ambros ist übrigens der einzige Mensch weltweit, der beim Lächeln die Mundwinkel nach unten zieht. Vielleicht stand er damals in der Sendung mit seinem Lied Zwickts mi aber auch nur auf dem Kopf: Youtube.com. Heute ist es längst ruhig um Peter Rapp als Österreichs besten Moderator geworden. Vielleicht auch, weil man die alten 68er nicht mehr haben will, seit Wolfgang Schüssel durchsickern ließ, dass er gern Jimi Hendrix hört.

Auf Facebook gibt es jetzt eine Gruppe, die den ORF dazu auffordert, Peter Rapp aus dem Gefängnis seiner Brieflos-Show zu holen und ihm wieder eine Sendung im Hauptabendprogramm zu geben. Wie Rapp jetzt als Gast von Stermann und Grissemann in Willkommen Österreich unter Beweis stellte, ist dies eine gute Forderung. Der Mann hat den richtigen Schmäh - und er hat im Leben schon so viel mitgemacht, dass er über sich selbst am besten lachen kann. Man dürfte ihn nur nicht mit einem übertriebenen Konzept belasten. Als Gemeindebauversion von Harald Schmidt wäre er ein Hit. Freiheit für Peter Rapp! (Christian Schachinger, DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.10.2011)

  • Peter Rapp bei "Willkommen Österreich". Die Sendung zum Nachsehen hier auf tvhtek.orf.at
    foto: orf/hans leitner

    Peter Rapp bei "Willkommen Österreich". Die Sendung zum Nachsehen hier auf tvhtek.orf.at

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