Armando Llamas (1950-2003)

1. Juni 2003, 22:18
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War einer der wichtigsten französischsprachigen Dramatiker der Gegenwart

Paris - Der Autor, Dramaturg, Journalist und Übersetzer Armando Llamas ist am Donnerstag Abend im Alter von 53 Jahren in einem Pariser Krankenhaus an den Folgen einer Gehirnblutung gestorben. Das gaben seine Angehörigen am Freitag bekannt. Der 1950 in Santibanes (Spanien) geborene Aids-kranke Autor gehörte zu den wichtigsten französischsprachigen Dramatikern der Gegenwart.

Llamas verbrachte seine Kindheit und Jugend in Argentinien und lebte seit 1973 vorwiegend in Frankreich. Seinen Stil beschrieb ein Kritiker als "irgendwo zwischen Rock-Kultur und action-painting", seine in Form und Inhalt extrem unterschiedlichen, witzigen bis provokativen Hörspiele und Dramen zeigen rapide Eindrücke einer diffusen Welt, die wie ein imaginäres Panorama im raschen Rundblick bunt, scharf und dennoch total surrealistisch überhöht ablaufen.

Zu seinen Stücke gehören "5 Tanzvorlagen für die Choreographin Marcia Moretto" (1976-82), "Vernichtung der Vernichtung" (Tahâfot-al-tahâfot, 1986), Die Morde der jüdischen Prinzessin (Meurtres de la princesse juive, 1990), "Lisbeth ist total zu" (Lisbeth est complètement pétée, 1991) oder "Gustave ist nicht modern" (Gustave n'est pas moderne, 1991). Außerdem übersetzte Llamas aus dem Spanischen und Englischen, u. a. Garcia Lorca, Ramon del Valle Inclan, Wallace Stevens, Edward Bond und George Tabori. (APA)

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