"Österreich kaum sichtbar im internationalen TV"

7. Oktober 2011, 18:40
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Abfahrt und menschliche Abgründe, Wintersport und der Fall Amstetten: Media Tenor zeichnet ein recht übersichtliches Bild der Republik in der Welt - Österreich zählt zu den EU-Staaten mit der geringsten TV-Präsenz

Rapperswil/Wien - 120 Fachkräfte zwischen China und USA, Beirut und Rapperswil sehen für Media Tenor täglich fern. Sie analysieren wesentliche TV-Nachrichten aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Schweiz, arabischem Raum, Frankreich, Italien, Spanien, Türkei, Südafrika, China. Und sie werten sieben internationale Wirtschaftsblätter aus.

Die Analyse gilt insbesondere dem Bild von Staaten in internationalen Medien - aus der Perspektive der Medienkonsumenten insgesamt, andererseits aus dem Blickwinkel von Investoren. Die Daten nutzen internationale Organisationen wie die OECD, Universitäten, darunter Harvard, auch die Deutsche Bundesbank.

Für den STANDARD zeigt Media Tenor künftig mehrmals im Jahr Österreichs Bild in der Medienwelt, das vor allem mit Fällen wie Josef F. und Natascha Kampusch, andererseits mit Sport in die Nachrichten kommt.

Deutlich am unteren Ende

"Österreich ist kaum sichtbar im internationalen TV", sagt Roland Schatz, Gründer und geschäftsführender Chefredakteur von Media Tenor International. "Von allen EU-Ländern rangiert Österreich deutlich am Ende der internationalen Medienpräsenz. Dass die TV-Hauptnachrichten in Amerika, China, Südafrika, Europa oder Nahem Osten sich zunächst mit England, Frankreich oder Deutschland beschäftigen, liegt auf der Hand. Aber warum Vorschläge der politischen Elite in Wien, Aktivitäten der österreichischen Wirtschaft und die Forschungstätigkeit hiesiger Institute weniger Nachrichtenwert haben sollen als Leistungen der Wettbewerber in Litauen, der Slowakei oder Luxemburg, hat wohl eher mit Österreichs Kommunikationsstrategie zu tun als mit der Performance einzelner Leistungsträger."

Kanzler Werner Faymann weigerte sich gerade, den Weltzeitungskongress in Wien zu eröffnen. Bundespräsident Heinz Fischer zog eine Delegation nach Aserbeidschan vor. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 8./9.10.2011)

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    grafik: der standard
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