Spinat schützt die Gene

7. Oktober 2011, 12:46
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Moderater Spinatkonsum schützt menschliches Erbgut vor oxidativen Schäden

Wien - 1929 zeichnete der amerikanische Comic-Gestalter Elzie Segar erstmals die Figur von Popeye - dem Matrosen, der in Gefahr per Spinat zu jenen Kräften kommt, die Asterix und Obelix Jahrzehnte später über einen Zaubertrank bekamen. Nun scheint das Rätsel des Spinats wissenschaftlich geklärt: Wiener Krebsforscher wiesen nach, dass der Konsum von täglich 225 Gramm des passierten grünen Gemüses die Erbsubstanz von weißen Blutkörperchen vor Schäden bewahrt.

"Eine kontrollierte Interventionsstudie wurde durchgeführt, um den Einfluss von Spinatkonsum auf die Stabilität der DNA von Lymphozyten (weißen Blutkörperchen, Anm.) und auf gesundheitsrelevante biochemische Parameter zu messen", schrieb das Wissenschaftlerteam um Siegfried Knasmüller vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien jetzt in der Veröffentlichung der Ergebnisse einer Forschungsarbeit im europäischen Fachjournal für Ernährung.

Bessere Stabilität

Die Forscher "fütterten" acht Teilnehmer an der Studie mit homogenisiertem Spinat. Die Dosis betrug 225 Gramm pro Tag. Das erfolgte 16 Tage lang. Vor, während und nach der "Popeye-Diät" wurde gemessen, wie die Erbsubstanz von Lymphozyten aus dem Blut auf die DNA schädigende Enzyme reagierte. Das Ergebnis, so die Fachleute: Schon sechs Stunden nach der ersten "Dosis" zeigte sich, dass die DNA in ihrer Stabilität besser vor Schäden durch die Enzyme geschützt war. Das zeigte sich während der ganzen Studiendauer. 40 Tage nach dem Ende der Spinat-Zufuhr hatte sich der Effekt wieder verflüchtigt. Im Blut der Probanden wurden auch noch andere Veränderungen festgestellt: so erhöhte sich der Spiegel an Folsäure um 27 Prozent, die mit Gefäßschäden in Verbindung gebrachte Konzentration des Aminosäure-Abbauprodukts Homozystein nahm hingegen um 16 Prozent ab.

Die Wissenschafter: "Insgesamt zeigen unsere Resultate, dass ein moderater Spinatkonsum die menschliche DNA vor oxidativen Schäden schützt und dieses Phänomen von Veränderungen in gesundheitsrelevanten biochemischen Parametern begleitet ist." (APA)

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