Riffe erholten sich schneller als gedacht

3. Oktober 2011, 23:51
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Aus Vielzellern aufgebaute Meeresriffe erholten sich nach dem größten Artensterben vor 252 Millionen Jahren bereits nach 1,5 Millionen Jahren

Die genauen Ursachen für das größte Massenaussterben aller Zeiten an der Perm-Trias-Grenze vor 252 Millionen Jahren sind nicht geklärt, aber man nimmt heute an, dass starke Schwankungen im Kohlenstoffgehalt, Übersäuerung und Sauerstoffarmut der Meere sowie drastische Meeresspiegelschwankungen dafür zumindest mitverantwortlich waren. Eine internationale Forschungsgruppe hat nun festgestellt, dass sich die aus Vielzellern aufgebauten Meeresriffe wesentlich schneller wieder erholt haben als bisher angenommen.

Das Leben auf der Erde war auch nach der Auslöschung von über 90 Prozent aller Arten alles andere als einfach: Während der gesamten Frühen Trias wurden vielzellige riffbildende Organismen durch mikrobielle Ablagerungen abgelöst. Bislang ging die Forschung davon aus, dass sich die Erde erst nach fünf Millionen Jahren von diesem Kollaps der Arten erholt hatte.

Nun konnte das Wissenschafter-Team, darunter der Paläontologe Hugo Bucher von der Universität, nachweisen, dass im Südwesten der heutigen USA, bereits 1,5 Millionen Jahre nach dem Massenaussterben, wieder Riffe existierten. Diese bestanden aus vielzelligen Organismen wie Schwämmen, Kalkröhrenwürmern und anderen Lebewesen, wie die Forschenden in "Nature Geoscience" berichten.

Neue riffbildende Vielzeller

Entgegen der bisherigen Auffassung entstanden Riffe aus vielzelligen Organismen schon früher, nämlich während der Frühen Trias. Sobald sich die Umweltbedingungen vorübergehend mehr oder weniger normalisiert hatten, begann das Riffwachstum erneut. Dabei beteiligten sich Vielzeller, die zuvor in Riffen eine untergeordnete Rolle gespielt hatten. "Dies zeigt, dass nach dem Aussterben von dominanten Riffbildnern neue riffbildende Vielzeller viel schneller als bisher angenommen Riffökosysteme aufbauen konnten", fasst Hugo Bucher die neue Erkenntnis zusammen. (red)

  • Versteinerte riffbildende Schwämme aus der Frühen Trias, ca. 250,5 Millionen Jahre alt. Die Funde im US-Bundesstaat Utah zeigen, dass sich die Riffe nach dem Massenaussterben viel schneller erholten als gedacht.
    foto: universität zürich

    Versteinerte riffbildende Schwämme aus der Frühen Trias, ca. 250,5 Millionen Jahre alt. Die Funde im US-Bundesstaat Utah zeigen, dass sich die Riffe nach dem Massenaussterben viel schneller erholten als gedacht.

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