Sieben Goals und ein Aufsteiger im anhaltenden Hoch

1. Oktober 2011, 21:02
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Die Admira schlägt Rapid in einer turbulenten, wenn auch nicht hochklassigen Partie in der Südstadt mit 4:3

Maria Enzersdorf - Die Admira steht zumindest bis zum Sonntag-Schlager Austria - Salzburg erstmals seit Oktober 1993 wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Dietmar Kühbauer feierte am Samstagabend in der 10. Runde vor 10.600 Zuschauern einen verdienten 4:3-(1:0)-Heimsieg über Rekordmeister Rapid. Issiaka Ouedraogo (36., 58.) und Patrik Jezek (53., 87.) erzielten die Treffer für die nun schon seit neun Runden ungeschlagenen Niederösterreicher.

Damit revanchierte sich die Admira für ihre bisher einzige Saisonniederlage, das 0:2 vom 16. Juli im leeren Hanappi-Stadion. Für die Rapid-Tore nach 0:3-Rückstand sorgten Verteidiger Jürgen Patocka (60.), Kapitän Steffen Hofmann mit einem verwandelten Foulelfer (68.) und der eingewechselte Hamdi Salihi (79.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Den vorerst weiter viertplatzierten Hütteldorfern fehlen nun sechs Punkte auf die Spitze.

Erstmals seit 24. November 1994 (1:3-Niederlage im UEFA-Cup-Achtelfinalhinspiel gegen Juventus Turin) war die Südstadt ausverkauft, für das damalige Europacup-Match waren allerdings nur 8.000 Zuschauer zugelassen. Mehr als 10.000 Besucher gab's in der Südstadt zuletzt am 11. Mai 2005 gegeben, als Rapid vor 10.500 Fans mit einem 1:0-Erfolg gewissermaßen den Meistertitel fixiert hatte. Vor dem Anpfiff wurde Routinier Jezek geehrt, der 34-jährige Tscheche ist mit 308 Spielen nun der Legionär mit den meisten Einsätzen in der österreichischen Bundesliga. Bisher hatte der Pole Jerzy Brzeczek diese Rekordmarke mit 306 Liga-Matches gehalten.

In den Startformationen beider Teams gab es keine Überraschungen, bei der Admira kam als Ersatz für den verletzten Rene Seebacher auf der rechten Mittelfeldbahn Rene Schicker zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz seit 2. November 2003 (damals noch für Austria Salzburg), und im Zentrum ersetzte Patrick Mevoungou den gesperrten Stefan Schwab.

Die 10.600, davon mehr als die Hälfte grün-weiße Anhänger, bekamen eine Partie zu sehen, die die Admira mit ihrem flotten Umschalten von Defensive auf Offensive klar dominierte. Helge Payer, der seinen jüngsten verletzungsbedingten Ausfällen sein Comeback im Rapid-Tor gab, bewahrte die Hütteldorfer zunächst vor einem Rückstand, doch in Minute 36 war auch er machtlos: Hosiner bediente mit einem langen Pass Rene Schicker, der ideal in den Lauf des heransprintenden Ouedraogo spielte - und der 23-Jährige aus Burkina Faso schloss den Konter mit einem Schuss ins lange Eck ebenso perfekt ab (36.).

Auch nach der Führung blieben die Niederösterreicher am Drücker und hätten eigentlich mit einem 2:0-Vorsprung in die Kabine gehen müssen. Nach einer Flanke Hosiners landete ein Kopfball von Mevoungou aus kurzer Distanz an der Latten-Oberkante (43.). Rapid-Coach Peter Schöttel reagierte auf die Probleme seiner Innenverteidigung und ersetzte in der Pause Abwehrchef Ragnvald Soma durch Harald Pichler.

Die Admira machte aber weiter das Spiel und baute ihre Führung aus. Schicker überraschte die Rapidler mit einem schnell abgespielten Freistoß und Jezek vollendete mit einem präzisen Schuss zum 2:0. Nur fünf Minuten schien alles entschieden: Payer wehrte einen Schuss von Schicker schlecht ab, und Ouedraogo verwertete den Abpraller zu seinem vierten Saisontor.

Diese klare 3:0-Führung währte aber nur knapp 120 Sekunden. Nach einem Freistoß von Hofmann war Patocka mit dem Kopf zur Stelle und verkürzte auf 1:3. Sieben Minuten später entschied Schiedsrichter Rene Eisner nach Strafraum-Foul von Dibon an Gartler auf Elfmeter, den Hofmann zum Anschlusstreffer ins Goal setzte. Damit nicht genug, kassierte die nun wankende Admira den Ausgleich,  Salihi besorgte diesen mit seiner ersten Ballberührung per Kopf nach einer von Burgstaller per Kopf verlängerten Flanke durch Trimmel.

Doch dieses Comeback der spielerisch klar unterlegenen Rapidler brachte den Gästen nicht den erhofften Punktgewinn. Einen Schuss von Emin Sulimani blockte Burgstaller im Strafraum mit der Hand - und Eisner verhängte den zweiten Strafstoß des Abends. Jezek verwandelte abgeklärt zum 4:3 und sorgte dafür, dass die Admira nach der Austria (4:2 auswärts), Meister Sturm (4:2) und zuletzt Titelfavorit Salzburg (2:1/jeweils heim) mit Rapid den nächsten großen Namen in die Schranken wies. (APA/rob)

FC Trenkwalder Admira - Rapid Wien 4:3 (1:0). Maria Enzersdorf, Trenkwalder-Arena, 10.600 Zuschauer (ausverkauft), SR Rene Eisner.

Tore: 1:0 (36.) Ouedraogo, 2:0 (53.) Jezek, 3:0 (58.) Ouedraogo, 3:1 (60.) Patocka, 3:2 (68.) Hofmann (Foulelfer), 3:3 (79.) Salihi, 4:3 (87.) Jezek (Handelfer)

Admira: Tischler - Plassnegger, Windbichler, Dibon, Schrott - R. Schicker (67. B. Sulimani), Schachner, Mevoungou, Jezek - Ouedraogo (84. E. Sulimani), Hosiner (71. Toth)

Rapid: Payer - Schimpelsberger, Soma (46. Pichler), Patocka, Katzer - Trimmel, Kulovits, Hofmann, Drazan - Alar (55. Burgstaller), Gartler (77. Salihi)

Gelbe Karten: Dibon, Windbichler, Toth, B. Sulimani bzw. Patocka, Burgstaller, Drazan

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    Kaum zu glauben, was Rene Schicker und die Admiraner da aufführen.

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