Hinrichtungen auf Ökologisch

30. September 2011, 11:38
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Texas will einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und setzt bei Exekutionen auf dem elektrischen Stuhl auf Solar-Energie

Klimawandel? Quatsch. US-Präsident Barack Obama, der im Wahlkampf noch viel von Klimaschutz geredet hat, lässt es seitdem an Taten fehlen. Wir erleben ein Herumgedruckse, ein Winden bis hin zum Leugnen der globalen Erwärmung. Apropos Erwärmung. Texas leidet derzeit unter einer der schwersten Dürrekatastrophen in der Geschichte des Bundesstaats. 14.000 Quadratkilometer Land haben Buschbrände bereits vernichtet - die Landwirtschaft wird noch lange die Milliardenschäden abackern. Und was tut der Ami? Dem republikanischen Gouverneur Rick Perry, der jüngst die Ausgaben für den Brandschutz gekürzt hatte, kam die sprühende Idee, seine Bürger zum Beten um Regen aufzurufen. Allein, der Wettergott ließ sich bisher davon nicht beeindrucken.

Vermutlich kommt man unverzüglich in die Hölle, wenn man der amerikanischen Seele außerdem eine gewisse Scheinheiligkeit unterstellt. Deswegen wollen wir in diesem Zusammenhang lieber von einem erklecklichen Maß an Kreativität sprechen. Seit Jahrzehnten gilt in vielen US-Bundesstaaten ein absolutes Alkoholverbot auf Straßen und in öffentlichen Anlagen, was dazu führt, dass Durstige ihren Drink verkleidet in braunen Papiersackerln mit und zu sich nehmen. Und freilich haben auch Schadenersatzklagen seit jeher Konjunktur. Ein 132-Kilo-Mann befindet eine Entschädigung von einer Fastfoodkette für angebracht, weil er zu dick für deren Sitzecken war. Ganz selbstverständlich erhielt eine Frau, übrigens von selbiger Fastfoodkette,  640.000 Dollar, nachdem sie sich mit Kaffee verbrüht hatte. Ein Tropfen auf dem heißen Stein für die Leidgeprüfte. Ohne zu dick auftragen zu wollen, noch ein Beispiel aus der nicht enden wollenden Liste: Jener Mann, der in einem Vergnügungspark vom Blitz getroffen wurde, fordert nun eine Entschädigung, nein, nicht von Petrus, sondern vom Parkbetreiber.

Texas, Stromschläge und Klimawandel führen uns wieder zurück zum Öko-Bewusstsein der Amerikaner. Die dortige Exekutionsbehörde lässt mit einem "umweltfreundlichen" Geistesblitz aufhorchen: Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl sollen schon bald mit Ökostrom durchgeführt werden. Wenn auch nicht wahr, so zumindest gut erfunden: Die deutsche taz zitiert einen gewissen Conrad Caliguri: "Amerika wäre nicht Amerika und Texas nicht Texas, wenn wir nicht auch in Sachen Todesstrafe allen anderen Nationen ein Vorbild geben würden. Während etwa sämtliche europäische Pussy-Staaten nicht einmal die Todesstrafe haben, sind wir ihnen diesmal gleich mehrere Schritte voraus und pusten diesen Teufeln mit Solarenergie das Licht aus." Fürwahr, ein leuchtendes Vorbild. (Sigrid Schamall, derStandard.at, 30.09.2011)

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    Die Stimme des Experten: "Amerika wäre nicht Amerika und Texas nicht Texas, wenn wir nicht auch in Sachen Todesstrafe allen anderen Nationen ein Vorbild geben würden. Während etwa sämtliche europäischen Pussy-Staaten nicht einmal die Todesstrafe haben, sind wir ihnen diesmal gleich mehrere Schritte voraus und pusten diesen Teufeln mit Solarenergie das Licht aus."

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