Orizzonti-Auszeichnung für Michael Glawogger

10. September 2011, 20:24
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Erhält für seine Doku "Whore's Glory" in der Nebenreihe den Spezialpreis der Jury - Dabernigs Kurzfilm "Hypercrisis" wird für den Europäischen Filmpreis nominiert

Venedig/Wien - Schon vor der Vergabe des Goldenen Löwen am Samstag Abend bei den 68. Internationalen Filmfestspielen Venedig durften sich zwei Österreicher über Auszeichnungen freuen. Michael Glawoggers Dokumentation "Whore's Glory" wurde in der Nebenreihe Orizzonti der Spezialpreis der Jury zugesprochen. Josef Dabernig, der mit "Hypercrisis" in Venedig vertreten war, wurde von der Jury für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Kurzfilm nominiert, wie auf der Webseite der Filmfestspiele mitgeteilt wurde.

Für die Jury der Orizzonti-Reihe, bestehend aus dem Vorsitzenden Jia Zhangke, Stuart Comer, Odile Decq, Marianne Khoury und Jacopo Quadri, fängt Glawogger in seinem Film "die älteste Profession als Spiegel eines globalen Labyrinths aus Sex und Kommerz mit erstaunlicher visueller Eloquenz und Präzision" ein. In seiner Doku spürt der österreichische Filmemacher den menschlichen Untiefen im Zuge seiner Prostitutionsrecherchen in Mexiko, Bangladesch und Thailand nach. Sein Film steht auch bei dem derzeit stattfindenden Filmfestival in Toronto auf dem Programm.

In dem 15-minütigen "Hypercrisis" inszeniert Dabernig auf meditative und mysteriöse Weise die Schaffenskrise eines Dichters, als Handlungsort dient ein ehemaliges sowjetisches Künstlerheim. Für die Jury kreierte der Filmemacher ein "cleveres, prägnantes Beispiel einer kreativen Blockade".

"Ich würde diesen Preis gerne heute nach Thailand, Bangladesch und Mexiko tragen, um den Frauen zu zeigen, wie außergewöhnlich das ist, was sie mir mit auf den Weg gegeben haben. Und das sie wahrgenommen und verstanden werden", erklärte Glawogger anlässlich der Überreichung der Auszeichnung.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz erklärte laut einer Aussendung: "Michael Glawogger ist einer der kompromisslosesten Filmdokumentaristen unserer Zeit. Beheimatet sowohl im fiktionalen Genre als auch im Dokumentarfilm, präsentiert er seinem Publikum schonungslose Einblicke in Thematiken, die zwar allgegenwärtig, aber stark tabubehaftet sind. Ich gratuliere dem Regisseur und seinem Team zu dieser großen Anerkennung im Rahmen der Filmfestspiele Venedig.

Sie ist einmal mehr Beweis dafür, dass Österreich längst eine große Filmnation ist. Stolz macht mich auch der Umstand, dass unsere Förderentscheidungen im Rahmen des Film- und Fernseh-Abkommens maßgeblich dazu beitragen, dass sehr erfolgreiche heimische Kinofilme entstehen, die weltweit für Furore sorgen." (APA)

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    Michael Glawogger, Orizzonti-Preisträger

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