Persönlichkeitsanalyse als zusätzliches Kriterium bei der Bewerberauswahl

18. Dezember 2003, 18:08
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Die Bewerberauswahl mit Hilfe einer Persönlichkeitsanalyse senkt die Wahrscheinlichkeit von „Fehlbesetzungen“ und erspart dem Unternehmen damit viel Zeit und Geld! - von Irene Galler

Die Persönlichkeit des einzelnen wird immer mehr zum Erfolgsfaktor. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für das Team und das gesamte Unternehmen.

„Wenn der Arbeitsplatz den persönlichen Präferenzen bzw. Neigungen entspricht, fühlen wir uns beflügelt, angeregt, motiviert, produktiv und zufrieden und die Arbeit macht Spaß!“ Überall haben wir es mit Menschen zu tun, daher sind Selbsterkenntnis und Menschenkenntnis das wichtigste Kapital zum Erfolg. Erfolgreiche Menschen kennen und leben ihre Stärken und setzen ihre natürlichen Ressourcen ziel gerichtet ein.

Personalentscheidungen

Neben der Überprüfung der fachlichen Kompetenzen, formalen Voraussetzungen und Interessen spielt auch die Persönlichkeit ein wesentliches Kriterium für die Besetzung einer vakanten Position. Als Ergänzung dazu bringt die Persönlichkeitsanalyse Informationen über die Selbstkompetenz und Sozialkompetenz.  

Die Persönlichkeitsanalyse

Der Myers-Briggs Typenindikator (MBTI) ist ein Instrument zur Selbst- und Menschenkenntnis. Er zeigt an, welche Präferenzen (Neigungen) Sie in den Kernbereichen der Wahrnehmung und Beurteilung haben. Man kann entweder über die fünf Sinne oder intuitiv wahrnehmen.

 

Typen mit sinnlicher Wahrnehmung nehmen ihre Umwelt hauptsächlich über ihre fünf Sinne wahr und betrachten die Welt

-         vor allem von der praktischen Seite,

-         sie wollen Tatsachen, vertrauen Fakten und können sich Daten gut einprägen,

-         vertrauen ihrer Erfahrung,

-         sind realistisch und leben in der Gegenwart und

-         nehmen Einzelheiten genau wahr.

Intuitive Typen betrachten die Welt

-         aus einer idealistischen Perspektive,

-         werfen einen Blick auf komplexe Zusammenhänge, überfliegen sie und sehen die Verbindungen,

-         sind an Möglichkeiten interessiert,

-         vertrauen ihren Ahnungen,

-         sie mögen Metaphern und bildhafte Darstellung und

-         sind zukunftsorientiert und langweilen sich mit dem, was jeder kennt.

Grundannahmen der Typentheorie

Menschliches Verhalten ist nicht zufällig, sondern folgt bestimmten Mustern. Beispielsweise können Unterschiede bei der Aufnahme von Informationen und der Art Entscheidungen zu treffen beobachtet werden. Nach C.G. Jung gibt es zwei Arten wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und Entscheidungen treffen:

·         Bei der Wahrnehmung setzen wir unsere fünf Sinne oder unsere Intuition bevorzugt ein.

·         Bei Entscheidungen bemühen wir vorwiegend unseren analytischen Verstand oder handeln auf Grundlage persönlicher Werte.

Menschliches Verhalten ist nicht zufällig und damit klassifizierbar. Unterschiede im menschlichen Verhalten resultieren aus Präferenzen, die früh im Leben entstehen und die Grundlage unserer Persönlichkeit bilden. Präferenzen „diktieren“ uns, wie wir die Welt erleben und wie wir Entscheidungen treffen. Unser Persönlichkeitstyp kann uns im Voraus sagen, was uns befriedigt und stimuliert, und gleichzeitig feststellen, was uns irritiert und frustriert. Dieses "anders sein" ist der Schlüssel für erfolgreiche oder erfolglose Kommunikation, für Konflikte und deren Lösung, für Abneigung oder Verständnis, für ineffektive oder synergetische Teamarbeit.

Wertschätzung

Bei der Typentheorie, die auf C. G. Jung zurückgeht, gibt keine guten oder schlechten, kranken oder gesunden Typen. Jeder Typus hat seine eigenen Stärken und seine eigenen blinden Flecken. Es werden Prozesse und nicht Personen typisiert!

Der MBTI ist frei von Wertungen und Bewertungen und somit ein sehr wertschätzendes und respektvolles Coachinginstrument. Sinn und Zweck des MBTI ist es, individuelle Unterschiede zwischen Menschen als positiv wahrzunehmen und in diesem Sinne zu nutzen. Viele zwischenmenschlichen Konflikte entstehen aufgrund misslungener Kommunikation und der Unfähigkeit, Unterschiede zu verstehen und damit umzugehen und aufgrund Unsensibilitäten.

Die Vorteile für das Unternehmen

Der zukünftige Arbeitgeber erhält zusätzliche Informationen über Persönlichkeits-merkmale und Verhaltensweisen des Bewerbers. Er kann abschätzen, ob der Bewerber vom Persönlichkeitstyp in die Organisation, in die Abteilung, in das Team „passen könnte“! Voraussetzung ist natürlich, dass der Bewerber selbst sein Persönlichkeitsprofil validiert hat, d.h. für richtig empfindet und vor allem sein Einverständnis erklärt, dass der mögliche zukünftige Arbeitgeber über sein Persönlichkeitsprofil informiert werden darf. Die Wahrscheinlichkeit einer „Fehlbesetzung“ kann dadurch beiderseits erheblich reduziert werden. Aber auch der menschliche Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. Das Unternehmen gibt dem Bewerber die Chance, sich selbst besser kennen zu lernen. Das Image des Unternehmens kann so auch gesteigert werden und es wird interessanter, sich bei diesem Unternehmen zu bewerben.

Die Vorteile für Bewerber

Die Kenntnisse aus dem Persönlichkeitsprofil führen zu mehr Verständnis für sich selbst und zu einer besseren Selbsteinschätzung und Selbstakzeptanz, zu mehr persönlicher Zufriedenheit und seelischer Gesundheit, zu mehr Toleranz gegenüber anderen Menschen.

Der Bewerber erhält durch das Persönlichkeitsprofil den Schlüssel zu seinem persönlichen Erfolg. Das bedeutet, dass in jedem Fall der Bewerber profitiert. Entweder der Bewerber geht gestärkt und voll motiviert in seine neue Aufgabe im neuen Unternehmen oder er nimmt die Erkenntnisse und Motivation für seine nächsten Schritte mit.

Das Persönlichkeitsprofil

Das Persönlichkeitsprofil gibt Aufschluss zu folgenden Themen:

  • Managerprofil
  • Führungsstil und Motivation
  • Lern- und Lehrstil
  • Überzeugen
  • Kommunikation
  • Stärken und Schwächen im Team
  • Motivationsfaktoren
  • Karrierewege / Typ und Karriere

Das Persönlichkeitsprofil ergibt sich durch die Beantwortung von 90 Fragen. Der Zeitaufwand dafür beträgt etwa 20 Minuten.

Es gibt 16 Persönlichkeitstypen, die durch einen Code aus vier Buchstaben ausgedrückt werden.

Die Vorgehensweise bei der Personalentscheidung

1. Der Bewerber erhält einen MBTI Frage- und Antwortbogen gemeinsam mit einer Einverständniserklärung auf dem Postwege zugesandt.

2. Der Bewerber sendet den ausgefüllten Antwortbogen entweder per Fax oder Post zurück.

3. Die MBTI Trainerin erstellt die Auswertung und sendet die Auswertungsmappe (über 50 Seiten) im Farbwunsch des Bewerbers auf dem Postwege zur Durchsicht zu.

4. Gleichzeitig erhält das Unternehmen als Auftraggeber eine Kopie des Persönlichkeitsprofils.

5. Das „Validierungsgespräch“ zwischen dem Bewerber und der MBTI Trainerin dient dazu, dass der Bewerber die Möglichkeit erhält, seine Ergebnisse mit einer neutralen Gesprächspartnerin zu diskutieren und diese als „richtig zu empfinden“ bzw. zu korrigieren.

Der Vorteil für das Unternehmen liegt auch darin, dass der Bewerber seine Ergebnisse bereits validiert und akzeptiert hat, bevor das Abschlussgespräch mit dem Unternehmen stattfindet.

Mailto: Mag. Irene Galler

Link: www.ganzheits coaching.at

Tel. 01/957 72 5

  • Mag. Irene Galler ist Betriebswirtin, Dipl. Resonanz Coach, NLP Practitioner, MBTI Trainerin, Unternehmens- beraterin, Lebens- und Sozialberaterin

    Mag. Irene Galler ist Betriebswirtin, Dipl. Resonanz Coach, NLP Practitioner, MBTI Trainerin, Unternehmens- beraterin, Lebens- und Sozialberaterin

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