Neues OP-Verfahren mindert Inkontinenz

22. August 2011, 11:50
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Durch eine neue Technik verkürzt sich der Zeitraum bis zur Wiedererlangung der Kontinenz deutlich

Hamburg - Patienten haben nach einer Entfernung der Prostata häufig mit einer verminderten Kontrolle der Blasenfunktion zu kämpfen. Chirurgen der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf haben eine Operationsmethode entwickelt, bei der es im Falle einer Entfernung der Prostata gelingt, die Funktionsfähigkeit des Harnröhren-Schließmuskels besser zu erhalten. Dadurch entfallen die nach den sogenannten Prostatektomien häufig auftretenden Kontinenz-Probleme weitgehend, so das Klinikum in einer Aussendung.

Neu ist, dass sich der Zeitraum bis zur Wiedererlangung der Kontinenz deutlich verkürzt hat. Die meisten Männer erlangen unmittelbar nach der OP die Kontrolle über ihre Blasenfunktion vollständig zurück. So kann die Lebensqualität von Prostatakrebs-Patienten beträchtlich verbessert werden.

Kurz nach dem Eingriff wieder kontinent

Belegt wird der Behandlungserfolg in einer aktuellen Studie, welche unlängst im wichtigsten urologischen Fachorgan, der Zeitschrift "European Urology", erschienen ist. Im Rahmen dieser Studie wurden innerhalb eines Jahres insgesamt 691 Patienten mit Prostatakrebs von drei Operateuren operiert, davon 406 Patienten mit der neuen Technik. Die Ergebnisse belegen einen deutlich verbesserten Behandlungserfolg gegenüber dem konventionellen Verfahren: "Über 80 Prozent der nach der neuen Methode operierten Patienten waren bereits eine Woche nach dem Eingriff wieder kontinent," sagt Thorsten Schlomm, leitender Arzt der Martini-Klinik, der die neue Technik entwickelt hat. "Bei lediglich 0,9 Prozent der Operierten kam es zu einer dauerhaften und relevanten Beeinträchtigung der Kontinenz."

Die operative, vollständige Entfernung der Prostata (radikale retropubische Prostatektomie) wird als zuverlässige Therapie bei Prostatakrebs angewandt. Vor allem, wenn der Krebs auf die Prostata begrenzt ist, eröffnet diese Methode hervorragende Heilungschancen. Die Anatomie der Harnröhre bedingte allerdings bislang, dass bei einer Entfernung der Prostata häufig der Schließmuskel beschädigt wurde. Bis zu 50 Prozent der Patienten hatten danach mit einer verminderten Kontrolle der Blasenfunktion zu kämpfen. „Die neue Operationsmethode nimmt nun auch älteren Patienten mit der Diagnose Prostatakrebs die Angst vor Inkontinenz", sagt Markus Graefen, Ärztlicher Direktor der Martini-Klinik. (red)

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    Abbildung einer Prostata. Bis zu 50 Prozent der Patienten hatten nach einer Prostata-OP mit einer verminderten Kontrolle der Blasenfunktion zu kämpfen.

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