Kinderimpfprogramm wird erweitert

22. August 2011, 09:48
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Auch Meningokokken- und Pneumokokken-Impfungen sollen ab 2012 kostenlos verabreicht werden

Alpbach - Das Kinderimpfprogramm wird erweitert. Wie Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) Montagfrüh bei einem Pressefrühstück am Rande des "Forum Alpbach" ankündigte, soll es möglichst schon ab kommendem Jahr Gratisimpfungen gegen Pneumokokken- und Meningokokken-Erkrankungen geben. Beide Infektionen gelten als gefährlich. Meningokokken erzeugen etwa 100 Erkrankungen pro Jahr mit einer Sterblichkeit von 13 Prozent, Pneumokoken 300 Krankheitsfälle mit einer Letalität von rund zehn Prozent.

Gesamtausgaben: Sieben Millionen Euro

Die Kosten für die neuen Impfungen will Stöger durch Umschichtungen in seinem Budget einfangen. Wie viel die Ausweitung des Impfprogramms kostet, wird erst nach einer noch durchzuführenden Ausschreibung feststehen. Die Sozialversicherung schätzt die Gesamtausgaben mit knapp sieben Millionen, wovon zwei Drittel der Bund zu tragen hat. Der Rest fällt zu gleichen Teilen auf Länder und Sozialversicherung. Laut Stöger gibt es bereits von allen Seiten positive Signale.

Die Pneumokokken-Impfung bezieht sich auf Kinder im ersten Lebensjahr, wird also praktisch gleichzeitig mit der sogenannten Sechsfach-Impfung (Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung etc.) in drei Schritten durchgeführt. Zu große Belastungen befürchtet die zuständige Sektionschefin Pamela Rendi-Wagner dadurch nicht. Es gebe keinerlei Hinweise auf negative Effekte. Bei sogenannten Risiko-Kindern wird schon jetzt gegen die Pneumokokken geimpft. Zudem verwies Stöger darauf, dass die Erweiterung des Impfprogramms einer langjährigen Empfehlung des Obersten Sanitätsrats entspreche.

Was die Meningokokken angeht, gibt es zwei Gruppen von potenziell Betroffenen, Kleinkinder und Jugendliche. Die nun ins Impfprogramm aufgenommene Variante ist nur für ältere Kinder geeignet. Sie wird etwa ab dem zwölften Lebensjahr empfohlen. Meningokokken gelten als besonders gefährlich, weil sie innerhalb kürzester Zeit völlig gesunde Kinder so schwächen können, dass die Erkrankung bis zum Tod führt.

Insgesamt wird das Konzept durch die Erweiterung künftig fünf Impfungen für Kinder umfassen. Neben den zwei neuen und der Sechsfach-Impfung sind noch Gratis-Impfungen gegen Masern-Röteln-Mumps sowie (seit 2007) gegen Rota-Viren (Schluckimpfung) vorgesehen. (APA)

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