Der Häuslbauer, das individuelle Wesen

18. August 2011, 17:25
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"market"-Umfrage: Selbstverwirklichung als Grund Nummer 1, Kosten als Sorge Nummer 1 der heimischen Bau- und Sanierungswilligen

Ein "Akt der Selbstverwirklichung und Entfaltung" ist es heute, wenn man sein eigenes Haus baut. "Die eigenen vier Wände bestimmen und schaffen zu können", das wurde in einer jüngst vom market-Institut durchgeführten Umfrage unter heimischen Häuslbauern als zweitwichtigstes Argument (57 Prozent) in der Entscheidung für den Hausbau genannt - gleich hinter "Schaffung eines individuellen Wohnraums, Entfaltung", wohlgemerkt (71 Prozent). Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sieht darin auch noch einen "lang gehegten Traum" verwirklicht.

Energie als wichtiges Thema

Andere Megatrends sind auch der Energieverbrauch und die Verwendung natürlicher und gesunder Baustoffe. Für 92 Prozent der insgesamt 1003 befragten privaten "Bauinvolvierten" (506 Häuslbauer, 497 Renovierer/Modernisierer) sind erneuerbare Energien ein Thema, 83 Prozent interessieren sich für Niedrigenergiehäuser und 81 Prozent halten Solaranlagen für wichtig.

Laut Umfrage bevorzugen außerdem 56 Prozent der befragten Häuslbauer die Massivbauweise, hier ist der Trend leicht rückläufig. 31 Prozent wollen ein Fertigteilhaus, auch dies etwas weniger als in einer Befragung im Jahr 2009. Auf niedrigem Niveau stark zugelegt hat die Blockbauweise, also das Holzhaus.

Im städtischen Bereich lässt man bauen

Rund ein Drittel der Befragten und damit immer weniger bauen ihr Eigenheim überwiegend in Eigenregie. 41 Prozent lassen sich zumindest den Rohbau aufstellen und nehmen den Innenausbau selbst in Angriff. Immerhin ein Viertel der Befragten bevorzugt sogar mittlerweile das schlüsselfertige Eigenheim vom Fertighaus-Anbieter oder vom Baumeister.

Das Bauen in Eigenregie sei vor allem im ländlichen Bereich noch stärker ausgeprägt, erklärte "market"-Chef Werner Beutelmeyer am Donnerstag. "Dort, wo es städtischer wird, lässt man bauen." Auch beim Renovieren sei im Übrigen ein Trend zur Professionalisierung zu erkennen, so der Marktforscher.

Kosten als Sorge Nummer 1

Die größten Sorgen beim Projekt Hausbau betreffen die Kosten des Projekts. Hier sind die ärgsten Bedenken, dass das Vorhaben die "Finanzen zu stark belasten könnte" - 20 Prozent sagten, dies beschäftige sie "sehr stark". 19 Prozent fürchten, dass durch die viele Arbeit auf der Baustelle keine Freizeit mehr bleiben könnte, 13 Prozent befürchten, dass das Bauvorhaben zu lang dauern könnte. Weniger stark wird befürchtet, dass "der Kontakt zu Freunden und Familie abbricht" oder "ein ungeplantes Kind dazwischenkommt und den Bau erschwert bzw. verzögert".

Für die Studie wurden im Juli 1.003 Häuslbauer und Renovierer in ganz Österreich befragt. In Auftrag gegeben wurde sie von Wienerberger, dem "Baumeisterhaus" und dem "Massivwerthaus", zwei Netzwerken lokaler Baumeister, die individuell geplante, energetisch sparsame Ziegel-Häuser anbieten. (map, derStandard.at, 18.8.2011)

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