Webservice kontrolliert Medizinjournalisten

18. August 2011, 17:10
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"medizin-transparent.at" prüft Printartikel auf wissenschaftliche Evidenz

Wien - Hilft Kurkuma gegen Krebs? Sind Verhütungskettchen wirklich so wirksam wie Pille und Spirale? Bessern sich chronische Schmerzen tatsächlich durch Meditation? Was in Medien zumindest in Aussicht gestellt wird, prüft seit Juni ein Team von Experten auf wissenschaftlichen Gehalt. Der Webdienst medizin-transparent.at screent Artikel aus Tageszeitungen und wertet sie nach Evidenz und Wirksamkeit aus. "Mit unserem Service wollen wir Patienten bei einer informierten Entscheidung unterstützen", sagt Projektleiter Gerald Gartlehner. medizin-transparent.at ist ein Projekt des Instituts für Evidenzbasierte Medizin der Donau-Uni Krems und entsteht gemeinsam mit dem Grazer Schaffler-Verlag und dem niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds.

Bis zu 300 Zugriffe täglich verzeichne die Plattform inzwischen, berichtet Gartlehner.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur wenige der ausgewerteten Texte hielten der Prüfung stand. "Bei einigen Artikeln bleibt unklar, ob das ein gekaufter Artikel oder einfach nur sehr schlechter Journalismus ist", erzählt Gartlehner. Nicht alle sind über die Qualitätssicherung gleich zufrieden: "Es kamen bereits erste unterschwellige Klagsdrohungen aus der Industrie", erzählt Gartlehner - nicht ohne Stolz. (prie, DER STANDARD; Printausgabe, 19.8.2011)

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