Eine Schweigeminute für die Maueropfer

11. August 2011, 18:31
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"Where is the Berlin Wall?": Abgerissen und in alle Welt verschenkt - Gedenkfeier am Samstag in Berlin

Berlin wird am Samstag, dem 50. Jahrestag des Mauerbaus, mit einer Schweigeminute der Maueropfer gedenken. Um zwölf Uhr stoppen alle Busse und Bahnen, die Kirchenglocken in der deutschen Hauptstadt läuten für eine Minute. Bundesweit wehen die Fahnen auf Halbmast.

Die offizielle Gedenkfeier findet in Berlin in der Bernauer Straße statt. Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nehmen daran teil. In der "Kapelle der Versöhnung" werden die Biografien von Maueropfern verlesen.
In der einst geteilten Bernauer Straße befindet sich heute auch die zentrale Berliner-Mauer-Gedenkstätte, dort steht auch noch ein Teil der Mauer. Viel zu sehen gibt es von der Mauer in der deutschen Hauptstadt nicht mehr. "Where is the Berlin Wall?" ist eine der meistgestellten Fragen von Touristen.

Kaum noch Mauerteile in Berlin zu finden

Nach dem Mauerfall 1989 wurde die Mauer eifrig abgerissen und in alle Welt verschenkt. Daran, dass Teile davon als Mahnung und Erinnerung aufbewahrt werden sollten, dachte kaum jemand. Man war froh, das Schandmal aus den Augen zu haben.

Das längste Mauerstück steht heute noch in der Nähe des Ostbahnhofs: die 1300 Meter lange East-Side-Gallery entlang der Spree, an der 118 Künstler aus aller Welt (Keith Hearing, Dimitri Vrubel) Mauerstücke gestaltet haben. Originalteile findet man auch noch unweit des Potsdamer Platzes, in der Niederkirchnerstraße. Immerhin wird der ehemalige Verlauf heute in den meisten Straßen durch eine Doppelreihe Kopfsteinpflaster markiert. (bau/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.8.2011)

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    Unkaputtbar: Mauersouvenirs erfreuen sich bei Berlin-Touristen aus aller Welt immer noch großer Beliebtheit.

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