Forschung in digitalen Häppchen

2. August 2011, 21:18
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Die Videoplattform "Science Clip" soll Wissenschafter und Schüler vernetzen

Ein Roboterarm, der selbstständig Kaffee zubereitet, Milch und Zucker hinzufügt und umrührt. Die Evolution des Mobilfunks. Das Einfrieren von Zeit oder die Menschlichkeit von Außerirdischen. Das sind nur ein paar Beispiele von Filmen im Youtube-Format, die auf der Internet-Plattform ScienceClip zu sehen sind.

In kurzen Videos können hier heimische Studierende und Wissenschafter aller Fachrichtungen ihre Forschungsarbeiten präsentieren. Konzipiert ist die Seite insbesondere für Schüler, deren Interesse für Naturwissenschaft und Technik geweckt werden soll - direkte Interaktion inklusive. Zu jedem Video können ohne Registrierung Fragen gepostet werden, die von den Forscher beantwortet werden.

"Das Bild des Wissenschafters in der Öffentlichkeit ist nicht immer das beste. ScienceClip soll das ändern", sagt Stefan Kalchmair, Doktorand der Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Clemens Ostermaier kam ihm die Idee zu der Videoplattform, die seit Herbst 2010 vom Österreichischen Verband für Elektrotechnik betrieben wird.

User, die weiterfragen

Der Gefahr, die komplexe Forschungsrealität durch eine Vereinfachung zu verzerren, sind sich die beiden bewusst. "Ein tatsächliches Verständnis zu erreichen ist nur zweitrangig, die Leute sollen aber angeregt werden, weiter nachzufragen", sagt Ostermaier. Dazu dient vor allem die Rubrik "Ask a scientist", wo Experten User-Fragen wie "Wird es in den nächsten Jahren noch normale Handys geben?" oder "Wie kann man Gehirnwellen messen?" beantworten. In den Kategorien "Science" und "Physik plus" zeigen Clips Phänomene aus den Naturwissenschaften und der Physik im Besonderen, im Bereich "Menschen" präsentieren sich die Forscher höchstpersönlich.

Freilich, der Gedanke, Wissenschaft in leicht verdauliche Häppchen zu verpacken, ist nicht unbedingt neu. Mit unterhaltsamer Wissenschaftsvermittlung ziehen bereits die FameLab-Wettbewerbe oder die Science-Slam-Veranstaltungen viele Leute in den Bann. Science-Slam-Clips sind nun auch online abrufbar. (ifb, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. August 2011)

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